Klos ebnet Arminia den Weg zum Erfolg

Verdientes 3:1 gegen Wehen nach starker zweiter Halbzeit

VON PETER BURKAMP
Klos ebnet Arminia den Weg zum Erfolg - © Arminia
Klos ebnet Arminia den Weg zum Erfolg | © Arminia

Bielefeld. Still standen Trainer und Verantwortliche nahe der Mittellinie und beobachteten das Spektakel. Patrick Schönfeld hatte, von der Südtribüne aufgefordert, den Zaun erklommen und die "Humba" angestimmt. Dann hüpfte der komplette Block und feierte mit der tanzenden Mannschaft ausgelassen den 3:1-Erfolg über Wehen-Wiesbaden. Wie so vielen der 10.339 Zuschauer stand auch Stefan Krämer nach dem Spiel das Glück noch ins Gesicht geschrieben.

"Das ist ein richtig guter Haufen", sagte Arminias Trainer voller Stolz. Fünf Spieltage vor Serienende hat sich der DSC eine vielversprechende Ausgangsposition verschafft. Anführer Krämer und sein Haufen haben den zweiten Tabellenplatz eindrucksvoll verteidigt. "Wir stehen sechs Punkte vor Osnabrück", stellte der DSC-Coach nach dem Eingang der anderen Ergebnisse beinahe ein bisschen überrascht fest. Dass der KSC und Münster dreifach punkteten, mochte seine Laune nicht verderben. "Ist doch super spannend – es bleibt eng, aber ich habe keine Angst davor." Braucht er auch nicht. Nach dem Auftritt gegen Wehen-Wiesbaden können Trainer und Spieler selbstbewusst in die nächsten Aufgaben gehen.

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Das 3:1 über einen spielstarken Gast entwickelte sich zu einer Demonstration von Teamgeist, Willenskraft und Nervenstärke. Das unglückliche Gegentor, bei dem der Ball nach einer Rettungsaktion durch Tom Schütz von der Brust Daniel Doeringers ins Tor prallte, provozierte bei den Gastgebern eine Trotzreaktion und bei Stefan Krämer den Gedanken, "dass ein Rückstand manchmal gar nicht so schlecht ist".

Aggressiv, manchmal vielleicht zu wütend und das Spielerische hemmend, drängten die Arminen auf den Ausgleich. Selbst ein regulär durch Fabian Klos erzieltes und vom Schiedsrichter zu Unrecht aberkanntes Tor (28. Spielminute) brachte sie nicht aus dem Tritt. So gingen sie völlig verdient durch Klos’ 20. Saisontor (45.+1) in die Pause. "Ich hatte nie den Hauch von Zweifel, dass wir dieses Spiel gewinnen", verriet Stefan Krämer später. Des Trainers Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Nach der Pause beherrschten die Gastgeber ihren Gegner bis auf wenige Konteransätze. Der angeblich von Energie Cottbus umworbene Patrick Platins hatte kaum etwas zu tun.

Überflieger: Fabian Klos, hier im Duell mit dem Ex-Arminen Nico Herzig (vorn), erzielt gegen Wehen-Wiesbaden sein 20. Saisontor. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE.
Überflieger: Fabian Klos, hier im Duell mit dem Ex-Arminen Nico Herzig (vorn), erzielt gegen Wehen-Wiesbaden sein 20. Saisontor. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE.

So kam es, dass, deutlich wie kaum ein Gästetrainer vor ihm, Wehens Peter Vollmann die Unterlegenheit seiner Elf eingestehen musste: "In der zweiten Halbzeit hatten wir keine Chance mehr auf einen Sieg." Und das, weil Arminia nicht nur Einsatz zeigte, sondern auch kombinierte. Kaum war Patrick Schönfeld auf dem Platz, da stand es auch schon 2:1. Antritt, Doppelpass mit Hille, Abschluss. "Das war toll gespielt. Da kann man schon mal 'ne Gänsehaut kriegen", sagte Stefan Krämer und ergänzte: "Die zweite Halbzeit war das Beste, was wir bisher gezeigt haben." Arminia setzte durch Johannes Rahn noch einen drauf, und Schönfeld schwärmte vom Teamgeist. "Wir sind fast wie Freunde. So etwas habe ich noch nirgendwo erlebt."

Da es sich mit Freunden am besten feiern lässt, hat "Patsche" Schönfeld einen Wunsch. Er möchte wieder auf den Zaun, denn "die richtige Humba kommt hoffentlich noch".

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