Roland Kopp vor der Schranke, an der es fast zu einem folgenschweren Unfall gekommen wäre. - © FOTO: GERSTENDORF-WELLE
Roland Kopp vor der Schranke, an der es fast zu einem folgenschweren Unfall gekommen wäre. | © FOTO: GERSTENDORF-WELLE

Detmold Ex-Armine Roland Kopp will Schadenersatz

Bahn wegen Beinahe-Unfall an ungesicherter Schranke verklagt

Detmold. Roland Kopp, der an einer defekten Bahnschranke nur knapp einer Katastrophe entkommen war, hat nun zivilrechtliche Schritte eingeleitet. Es geht um Schadenersatz und Schmerzensgeld. Vor allem aber gehe es ihm "ums Recht". Der Betreiber des Detmolder Soccer-Domes und Ex-Arminia-Profi hat die Westfalenbahn, die Deutsche-Bahn-Netz-AG und den damaligen Streckenposten verklagt. Deren Anwälte haben gestern vor dem Detmolder Landgericht beantragt, die Klage abzuweisen. Die Zivilkammer wird ihr Urteil am 8. Mai verkünden. Eventuell kommt es dann zu einem "Beweisbeschluss", so dass noch Gutachten und Zeugenaussagen einzuholen wären. Davon gehen auch Gerichtssprecherin Anke Grudda und der Anwalt der DB-Netz-AG aus. "War der Fahrer zu schnell, hat er den Unfall schadhaft mitverursacht", meint DB-Anwalt Jörg Rahmede. Kopp hatte im Juni 2012 nur dank einer Vollbremsung einen schweren Unfall verhindern können, als der Bahnübergang gänzlich ungesichert war, der eigentlich mit einem Flatterband hätte gesperrt werden sollen. Das Amtsgericht hatte den zuständigen Bahnposten im Februar zu einer Geldstrafe verurteilt. Eines ist für Kopp schon klar: "Ich lasse mich nicht vom Kläger zum Angeklagten machen." Behauptungen der Bahnanwälte, er sei zu schnell gefahren, weist er als "unglaublich" und als "bodenlose Ungeheuerlichkeit" zurück. Kopp ist fassungslos: "Ich muss mich für etwas rechtfertigen, wofür ein anderer bereits verurteilt worden ist." Die Argumentation der Gegenseite, Autofahrer müssten vor jedem Andreaskreuz stoppen und nach einem Zug Ausschau halten, sei absurd. Und: Er sei nur mit etwa Tempo 30 unterwegs gewesen. Mit 50 hätte man nicht mehr stoppen können." "Tempo 30 hat auch der Beifahrer als Zeuge im Strafprozess ausgesagt", ergänzte Kopps Anwalt Karl Schlüter. Sein Mandant nehme die Beklagten "gesamtschuldnerisch" in Anspruch. Die Westfalenbahn hafte als Zugbetreiber, die Netz-AG, weil sie den Arbeitgeber des Postens mit der Sicherung der Strecke beauftragt hatte.

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