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Arminias fast fehlerfreier Flieger

Torhüter Platins ist ein Eckpfeiler für die Erfolge in der 3. Liga

VON JÖRG FRITZ
07.12.2012 | Stand 07.12.2012, 07:24 Uhr |
Arminias fast

fehlerfreier Flieger - © Arminia
Arminias fast
fehlerfreier Flieger | © Arminia

Bielefeld. "Torhüter sind Freiwild. Sie dürfen keine Angst haben und müssen die Bälle so lange wie nur eben möglich beobachten. Und dann im richtigen Moment mit einer Mischung aus einem Reflex, einer Intuition und einer Portion Glück eine Reaktion auf den sich zufliegenden Ball zeigen." Patrick Platins nimmt in kurzen Sätzen eine Stellenbeschreibung seines Jobs als Torhüter des Drittligisten Arminia Bielefeld vor.

Der gebürtige Allgäuer, der seit Februar 2010 das Trikot der Ostwestfalen trägt, hat nach einer langen Leidenszeit in Bielefeld endlich Fuß gefasst und zählt in der aktuellen Saison zu den stärksten Torhütern der 3. Liga. Mit einem Notenschnitt von 2,68 wird der 29-Jährige als zweitbester Drittligaspieler im Fachmagazin Kicker geführt.

"Am Anfang hat bei Arminia gar nichts gepasst", erinnert sich Platins, der zunächst hinter der damaligen Nummer eins, Dennis Eilhoff, chancenlos war. Auch nach dem Abstieg in die 3. Liga setzte sich seine Pechsträhne fort. In den zehn sieglosen Spielen unter Markus von Ahlen hütete der glücklose Platins das DSC-Gehäuse. Mit dem Amtsantritt von Stefan Krämer zog sich Platins eine Schulterverletzung zu und musste seinen Platz für Stefan Ortega räumen. Erst am 31. Spieltag feierte der begeisterte Skiläufer nach einigen Ortega-Patzern sein Comeback und verrichtet seitdem fast fehlerfrei seinen Job.

"Danach wissen wir, wo der Weg hinführt"

An den kommenden Gegner Borussia Dortmund II hat Platins besondere Erinnerungen. "Das war im Hinspiel ein schwerer Brocken. Wir hatten beim 1:1 viel Glück", erzählt Platins. Und einen starken Keeper, der mit etlichen Glanzparaden das Remis rettete. Platins Ziel für das am Samstag um 14 Uhr in der Schüco-Arena stattfindende Rückspiel: "Das ist ebenso wie das Spiel am 15. Dezember beim 1. FC Saarbrücken richtungweisend für uns. Danach wissen wir, wo der Weg 2013 hinführt."

Sein persönlicher Weg führte Platins, der als Jugendlicher zunächst als Mittelfeldspieler begann und erst in einem Trainingscamp von Weltmeister Karl-Heinz Riedle zum Torhüter bestimmt wurde ("Der eigentliche Keeper brach sich die Hand, und ich hatte zufällig die Torwart-Handschuhe meines Onkels dabei"), zunächst nach Wolfsburg. Von 2002 bis 2009 trug er das Trikot der VfL-Reserve und wurde in der Saison 2008/2009 als dritter Keeper sogar deutscher Meister. "Mein Anteil daran war aber sehr gering", sagt Platins. "Ich stand nur zwei Mal im Kader: einmal in der Bundesliga und ein weiteres Mal im UEFA-Cup."

Arminias Torhüter Patrick Platins (l.) hält einen Ball. Ein Dortmunder Spieler beobachtet diese Aktion. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias Torhüter Patrick Platins (l.) hält einen Ball. Ein Dortmunder Spieler beobachtet diese Aktion. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Nach seiner Wolfsburger Zeit ("Felix Magath war mein Wegverhinderer") war Platins sieben Monate arbeitslos und hatte bereits einen Vorstellungstermin für einen Außendienstjob beim Energy-Drink-Hersteller Red Bull in Hamburg. Am Tag des vereinbarten Gesprächs unterschrieb er einen Vertrag bei Arminia, was sich letztlich nach einer schwierigen Startphase für beide Teile als Win-Win-Situation herausstellten sollte.

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