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Krämer nimmt bis zu vier Wechsel bei Arminia vor

Trainer lässt rotieren / Klos ist trotz Ladehemmung unantastbar

VON JÖRG FRITZ
03.11.2012 | Stand 02.11.2012, 22:09 Uhr
Krämer nimmt bis zu vier Wechsel bei Arminia vor - © Arminia
Krämer nimmt bis zu vier Wechsel bei Arminia vor | © Arminia

Bielefeld. Ein aufgekratzter Bielefelder Fußballtrainer Stefan Krämer konnte von der 2:3-Pokalniederlage am Mittwoch gegen Bayer Leverkusen nicht genug kriegen. Ehe er sich einige belanglose Talk-Shows in der Nacht anschaute, verfolgte er die 120 aufregenden Pokalminuten bis zum frühen Donnerstagmorgen gleich zweimal hintereinander auf Video. Sein Eindruck: "Zwischen der 80. und 90. Minute wackelte Leverkusen gewaltig."

Auch wenn das Happyend mit dem möglichen Einzug ins Achtelfinale letztlich ausgeblieben ist, hat der ostwestfälische Drittligist eindrucksvoll bewiesen, "dass wir bei hundertprozentigem Einsatz gegen jede Mannschaft – auch aus der 1. Liga – mithalten können", meinte Mittelfeldspieler Tom Schütz nach dem denkwürdigen Pokalspiel.

Das Thema Leverkusen ist zu den Akten gelegt. Für den Tabellenzweiten ist jetzt wieder Hausmannskost in der 3. Liga angesagt. Diese Reise führt an diesem Samstag zum Aufsteiger Hallescher FC, den Krämer als "körperlich sehr robust einstuft. Sie fighten um jeden Ball. Wir stehen dort vor einer großen Herausforderung."

"Der körperliche Zustand der Mannschaft ist gut"

Trotz der Strapazen von Mittwoch sei der körperliche Zustand der Mannschaft gut, sagt Krämer, der in Halle Mittelfeldakteur Tim Jerat ersetzen muss. "Er hat erhebliche muskuläre Probleme und bleibt deshalb zu Hause", erklärt der Bielefelder Trainer. Für Jerat rückt Olcay Turhan ins Aufgebot.

Leverkusens Torhüter Michael Rensing (r.) fängt den Ball vor Arminias Stürmer Fabian Klos. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Leverkusens Torhüter Michael Rensing (r.) fängt den Ball vor Arminias Stürmer Fabian Klos. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Weitere personelle Änderungen schließt Krämer nicht aus. "Bis zu vier Wechsel könnten möglich sein", verrät der 45-Jährige. Wie intensiv diese Rotation ausfallen wird, erhofft er sich in Einzelgesprächen, die er in Halle mit allen Spielern führen wird, die gegen Bayer Leverkusen auf dem Platz standen. "Aus meinem Bauchgefühl heraus entscheide ich dann, wer zu den ersten Elf gehören wird." In den letzten drei Begegnungen hatte Krämer jeweils der gleichen Startelf vertraut. Auch das Spielsystem ist noch offen. 4:2:3:1 oder 4:4:2 stehen zur Disposition.

Krämer ist vor dem 16. Spieltag vor allem als Psychologe gefragt. "Die Enttäuschung über das Pokalausscheiden muss bei den Spielern verschwinden", nennt er sein vorrangiges Ziel, das bis zum Anstoß um 14 Uhr umgesetzt sein muss. "Der Körper folgt dem Kopf. Und wenn der Geist frei ist, wird guter Fußball gezeigt."

Kein Zeichen einer Formkrise

Zu den wichtigsten Spielern Krämers gehört zweifelsfrei Stürmer Fabian Klos, der mit neun Treffern die interne Torjägerliste klar anführt. Dass der 24-Jährige zuletzt am 15. September gegen Babelsberg getroffen hat, ist für Krämer allerdings kein Zeichen einer Formkrise. "Ich messe einen Stürmer nicht an der Zahl seiner Tore, sondern an seinem Engagement für die Mannschaft", betont Krämer. "Und dieser Einsatz ist vorbildlich. Klos hat gegen Bayer ein hervorragendes Spiel gezeigt." Krämers Prognose: "Fabian Klos weiß, wo die Hütte steht. Er wird bald wieder treffen."

Arminia sollte sich Bayer Leverkusen als Vorbild nehmen. Die Werkself lieferte nach der Gala in München (2:1 gegen die Bayern) drei Tage später in der Schüco-Arena eine von Kampf geprägte gute Arbeitsleistung ab. Diese Einstellung muss Arminia in Halle auch aufbringen.

Information

Gelbsucht-Gefahr

  • Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler bezeichnete die Spielweise der Arminen im DFB-Zweitrundenspiel am Mittwoch als "am Rande der Legalität". Sauer war Völler darüber, dass sich sein Verteidiger Daniel Schwaab nach einem harten Einsatz von Dennis Riemer einen Bänderriss im linken Sprunggelenk zuzog. Innenverteidiger Ömer Toprak erlitt einen Nasenbeinbruch.
  • Ein Wiedersehen nach mehr als 14 Jahren feiert Arminia Bielefeld an diesem Samstag mit dem Hallescher FC. Im März 1998 trafen sich beide Vereine zu einem Testspiel. Der damalige Bundesligist Arminia, in dessen Reihen unter anderem Stefan Kuntz, Ali Daei oder Sylvio Meißner standen, siegte 4:0.
  • Gleich vier Arminen-Spieler sind von der Gelbsucht bedroht und weisen vier Kartons dieser Farbe auf. Stephan Salger, Tom Schütz, Manuel Hornig und Patrick Schönfeld müssen in Halle auf der Hut sein. Sollte Schiedsrichter Arno Blos einem oder mehreren Spielern aus diesem Quartett Gelb zeigen, hätte dies eine automatische Sperre für das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II (10. November) zur Folge.(frz)

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