Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer reicht seinem Mittelfeldspieler die Hand. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer reicht seinem Mittelfeldspieler die Hand. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Arminia-Trainer Krämer lässt in Unterhaching rotieren

Laufintensive Positionen werden neu besetzt / Dank des Trainers an den zwölften Mann

VON JÖRG FRITZ

Bielefeld. Der Blick auf die Tabelle verspricht Verheißungsvolles: Drittliga-Spitzenreiter ist Arminia Bielefeld gefolgt vom VfL Osnabrück und den Preußen aus Münster. "Die Fans in diesem Städte-Dreieck erleben derzeit fröhliche Stunden", meint Arminia Bielefelds Trainer Stefan Krämer. Weitere Aussagen zu möglichen Aufstiegsambitionen verkneift sich der Bielefelder Fußballlehrer mit Entschiedenheit. "Erst im April schaue ich wieder auf die Tabelle. Dann kann ich eine Prognose stellen."

Krämers Gedanken richten sich nach dem 1:0-Sieg gegen die Stuttgarter Kickers bereits an die nächste Aufgabe, die am Samstag um 14 Uhr bei der SpVgg Unterhaching auf seinem Zettel steht. Die Ausgangsvoraussetzungen trotz sieben Pflichtspielsiegen in Folge bereiten ihm aber einige Kopfschmerzen. "Einige Spieler haben schon in der Partie gegen Stuttgart die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht", beschreibt der 45-Jährige den körperlichen Zustand seiner Mannschaft.

Eine dosierte Form des Trainings sowie eine Personalrotation sollen wieder Frische ins Team bringen. Krämer: "Es ist durchaus möglich, dass ich gleich auf mehreren Positionen Wechsel vornehme. Die laufintensiven Position im Mittelfeld könnten betroffen sein." Diese möglichen gravierenden Veränderungen stellen für ihn kein Problem dar. "Unser Kader ist ausgezeichnet besetzt. Die bisherigen Reservisten haben einen Einsatz in der Startelf verdient, ohne dass die Qualität leidet."

In jedem Spiel ans Limit

Dass Arminia spielerisch gegen den Aufsteiger "ein bisschen zu wenig zu bieten hatte", sah nicht nur Mannschaftskapitän Thomas Hübener. Auch Krämer bestätigt, "nicht den Zehner zu haben, der das Spiel kontrollieren kann. Deshalb müssen wir auch einen immens hohen Aufwand betreiben und in jedem Spiel an unser Limit gehen. Mit nur 80 Prozent Einsatz gewinnen wir kein Spiel."

Ein Spielertyp wie der in der vergangenen Saison vom VfL Bochum ausgeliehene Marc Rzatkowski kommt Krämers Vorstellungen sehr nahe. Allerdings räumt der Fußballlehrer aber ein, "dass gerade die mannschaftliche Geschlossenheit der Erfolgsgarant der vergangenen Wochen ist und ein Neuer trotz einer unantastbaren Qualität auch menschlich ins Team passen müsste". Diesen Spielertyp haben die Bielefelder noch nicht gefunden. "Wir bleiben bei diesem Thema aber weiterhin am Ball", sagt Krämer.

Neben einem überragenden Torhüter Patrick Platins (Krämer: "Auch bei hohen Bällen ist er die Ruhe in Person und absolut fangsicher") sowie einem kaltschnäuzigen Fabian Klos (eine Chance – ein Tor) waren auch die 9.090 Zuschauer in der Schüco-Arena mit ihren stimmungsvollen Anfeuerungsschreien erheblich am fünften Bielefelder Meisterschaftstriumph beteiligt. "In der für uns kritischen Endphase haben die Fans jeden gewonnenen Zweikampf umjubelt, als hätten wir ein Tor geschossen", zollt Krämer dem DSC-Publikum großen Dank. "Die Fans waren unser zwölfter Mann."

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