Arminias Auftaktgegner Aachen baut auf Euphorie

Alemannia-Trainer Aussem gibt sich vor dem Start in Bielefeld geheimnisvoll

VON JÖRG FRITZ
Aachen baut auf Euphorie - © ARMINIA
Aachen baut auf Euphorie | © ARMINIA

Aachen. 17.000 Zuschauer bei der offiziellen Saisoneröffnung, mehr als 6.000 verkaufte Dauerkarten, acht Siege in neun Vorbereitungsspielen – beim Zweitligaabsteiger Alemannia herrscht eine verkehrte Fußballwelt.

"Es ist in der Tat schon erstaunlich, was sich in Aachen in den vergangenen Wochen ereignet hat", zeigt sich auch Trainer Ralf Aussem (51) von der aktuellen Situation überrascht. Nach dem Sturz in die Drittklassigkeit sorgten Aussem und Sportdirektor Uwe Scherr für den Neuaufbau der Mannschaft. 16 Neuverpflichtungen und sieben ehemalige Zweitligakicker bilden den Kader, mit dem Ralf Aussem bislang schon Außergewöhnliches vollbracht hat.
Statt Tristesse herrscht eine Aufbruchstimmung rund um den Tivoli. Der Abstieg der Traditionsmannschaft, so scheint es, erwies sich als Aufstieg. Die Fans haben der Mannschaft die sportliche Talfahrt bereits verziehen.

Information

ARMINIAS KNALLHARTES TESTSPIEL

* Hart umkämpft war bei der gestrigen Übungseinheit ein Testspiel 11 gegen 11 über 3 x 10 Minuten. "Es ging bisweilen ganz schön zur Sache", sagte Trainer Stefan Krämer. "Die Anspannung der Spieler vor dem Saisonstart steigt von Minute zu Minute", so der DSC–Coach. Fabian Klos (2) und Christopher Kullmann trafen für den Sieger. Pascal Testroet und Tim Jerat trugen sich in die Torschützenliste des Verliererteams ein.

* Manuel Hornig, der in der vergangenen Saison zum besten Abwehrspieler der 3. Liga gewählt wurde, gehört nicht zum Aufgebot für das Aachen-Spiel. Nach seiner Sprunggelenkoperation ist Hornig nicht hundertprozentig fit.

* Arminia Bielefeld hat mit der Verpflichtung von Sven Bockermann als Physiotherapeut für die Profis die medizinische Abteilung komplettiert. Der 32-Jährige ist staatlich anerkannter Physiotherapeut. (frz)


Alemannia Aachens Trainer Ralf Aussem fährt mit großem Respekt zum Saison-Eröffnungsspiel der 3. Liga nach Bielefeld. - © FOTO: DPA
Alemannia Aachens Trainer Ralf Aussem fährt mit großem Respekt zum Saison-Eröffnungsspiel der 3. Liga nach Bielefeld. | © FOTO: DPA

Auch Arminias Trainer Stefan Krämer zieht vor dem Auftaktgegner (Freitag, 20.15 Uhr/live im WDR) den Hut, nachdem er die Alemannen in zwei Spielen beobachtet hatte. "Die haben eine bessere Mannschaft als in der vergangenen Saison." Aussem dämpft entschieden die hohen Erwartungshaltungen. "Testspielergebnisse sind nur schwer zu bewerten. Sie beweisen gar nichts und sind lediglich eine nette Abwechslung zum normalen Trainingsbetrieb. Deshalb flippen wir auch nicht aus."

"Wir haben noch gar nichts erreicht"

Von einer Favoritenbürde für seine Mannschaft will er daher auch nichts wissen. "Wir haben noch gar nichts erreicht", sagt der Trainer. "In der Regel werden Absteiger immer zu Meisterschaftsfavoriten erklärt", argumentiert Aussem, "weil die anderen Vereine mit dieser Methodik von sich sich ablenken können." Seine Zielvorstellung ist daher verständlich: "Wir sind neu in der 3. Liga und müssen uns erst finden.Erst nach dem achten Spieltag können wir konkret sagen, wohin die Reise gehen wird."

Auf das Duell zweier Traditionsvereine am Freitag freut sich Aussem, der seit dem 1. April 2012 die Alemannen als Chefcoach betreut, besonders. "Ein Flutlichtspiel auf der Alm, das live im Fernsehen übertragen wird – das wird ein richtig schönes Erlebnis." Weitere Einzelheiten wollte er nicht verraten. "Unsere Anreise bleibt ein Geheimnis", sagt Aussem. Fest steht nur, dass wir rechtzeitig zum Anstoß da sein werden."

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