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Münsters Jo Vunguidica (r.) dreht nach seinem Treffer zum 2:2 jubelnd ab. Arminias Alexander Krük ist fassungslos. - © FOTO: JÜRGEN PEPERHOWE
Münsters Jo Vunguidica (r.) dreht nach seinem Treffer zum 2:2 jubelnd ab. Arminias Alexander Krük ist fassungslos. | © FOTO: JÜRGEN PEPERHOWE

Für Arminia eine gefühlte Niederlage

21.203 Zuschauer sehen ein 2:2 gegen Preußen Münster

VON JÖRG FRITZ
19.03.2012 | Stand 19.03.2012, 12:33 Uhr |

Bielefeld. Von einer prächtigen Derby-Stimmung war bei Arminia Bielefelds Spielern nach dem 2:2 (1:1) vor der Saison-Rekordkulisse von 21.203 Zuschauern rein gar nichts zu spüren. Statt dessen dominierte die Enttäuschung.

"Wir sind alle am Boden zerstört. In der Kabine herrscht Totenstille", beschrieb Sebastian Hille, Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1 (52.), das Gefühlsleben seiner Mitstreiter. Ein wenig gefasster zeigte sich Manuel Hornig, der mit seinem dritten Saisontor (25.) die Bielefelder Führung erzielt hatte. "Das ist bitter. Am Ende war es für uns eine gefühlte Niederlage."

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Auslöser dieses kollektiven Bielefelder Frustes war die letzte Minute, als Jo Vunguidica nach einer Hereingabe von Jens Truckenbrod zum 2:2-Endstand einschob. Der Torschütze tanzte danach provozierend vor der Haupttribüne und löste eine Rudelbildung aus. Er sei von einigen Zuschauern als "Nigger" bezeichnet worden, begründete Vunguidica gegenüber den Westfälischen Nachrichten seine provokante Geste, die vom Unparteiischen nach dem Abpfiff mit Gelb bestraft wurde.

Dotchev entschuldigte sich

Auch Preußens Trainer Pavel Dotchev verurteilte diese Reaktion als nicht akzeptabel. Dotchev selbst entschuldigte sich auch für sein eigenes Fehlverhalten, als er in der 85. Minute eine Wasserflasche in Richtung Spielfeld trat und dafür auf die Tribüne verbannt wurde.
Arminia Bielefelds fünftes Remis aus den letzten sechs Meisterschaftsspielen deutete sich bereits nach 70 Minuten an. Der Schwung der ersten Halbzeit, als sogar einige sehr gute Tormöglichkeiten (Rzatkowski und Hille – beide scheiterten am guten Keeper Masuch) erarbeitet wurden, ebbte ab. Eklatante Schwächen stellten sich ein.

In der Vorwärtsbewegung verloren die Gastgeber trotz einer 2:1-Führung zu häufig den Ball, die Fehlerquote stieg ins Unermessliche, weil auch die Ausdauerfähigkeit in den Minuten zuvor überansprucht worden war und die Arminen zu selten aus ihrem Strafraum herauskamen. Dieser Punkt der fehlenden Fitness brachte Mittelfeldspieler Philipp Heithölter auf die Palme, der auf dieses Thema angesprochen fluchtartig mitten im Live-Interview bei Radio Bielefeld mit rotem Kopf Reißaus nahm.

Coach Krämer erlitt Schiffbruch

Auch Stefan Krämer hatte nicht alles richtig gemacht. Mit seinen Auswechselungen erlitt der DSC-Coach Schiffbruch. Onel Hernandez, für den ausgepumpten Hille ins Spiel gebracht, verdiente sich für seinen pomadigen Auftritt die Note sechs. "Wir waren zu elft auf dem Platz, aber trotzdem in Unterzahl", kritisierte Arminias sportlicher Leiter Samir Arabi und fügte hinzu: "Wir durften uns das Spiel nicht mehr aus der Hand nehmen lassen."

Auch die später ins Spiel gekommenen Johannes Rahn und Eric Agyemang blieben blass. "Die Auswechselungen gingen nicht auf. Sie haben nichts bewirkt und sorgten für keinerlei Entlastung. Ich nehme sie auf meine Kappe. Es war meine Schuld", sagte Krämer, der sich bei seinen Spielern für diese Fehlentscheidungen entschuldigte.

Ein Hühnchen hatte Krämer bereits zur Halbzeitpause mit Torhüter Stefan Ortega gerupft, der mit einem zu kurzen Abwurf den 1:1-Ausgleich durch Dennis Grote (33.) eingeleitet hatte. "Stefan muss aus den Fehlern lernen und die Kritik verarbeiten. Schließlich will er ein Großer werden." Dass Arminias Vorsprung auf fünf Punkte zum Tabellenplatz 18 geschmolzen ist, ist für Krämer ein wichtiges Signal, bis zum Saisonende hellwach zu bleiben. Aufatmen im Abstiegskampf ist daher noch nicht angesagt.

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