Arminia tritt auf der Stelle

Remiskönige verspielen 2:0-Vorsprung gegen Burghausen

VON JÖRG FRITZ
Arminia tritt

auf der Stelle - © ARMINIA
Arminia tritt
auf der Stelle | © ARMINIA

Bielefeld. Die gute Nachricht zuerst: Fußball-Drittligist Arminia Bielefeld ist seit vier Spielen in der Meisterschaft ungeschlagen. Die schlechte Nachricht: Die Ostwestfalen warten seit fünf Spielen auf einen Sieg in der dritthöchsten deutschen Spielklasse.

Arminia Bielefelds 2:2 (2:2) in der Schüco-Arena gegen Wacker Burghausen lässt viele Interpretationen zu. "Wir treten auf der Stelle", lautet das Fazit von DSC-Trainer Stefan Krämer nach dem fünften Spiel innerhalb von 16 Tagen. "Der Aufwand für vier mickerige Punkte ist letztlich zu groß", bilanziert der 44 Jahre alte Fußballlehrer. Ein Siegerlächeln war bei Arminias Spielern nur nach dem 3:0-Sieg im Westfalen-Pokalspiel beim SC Wiedenbrück am vergangenen Dienstag zu erkennen.

Andererseits schwärmt Krämer von der kämpferischen Einstellung seiner Remiskönige. "Mit dieser Elf können sich die Fans identifizieren", meint der Trainer. "Wir machen zwar nicht alles richtig, dafür fighten wir aber bis zum Umfallen."

21 hochdramatische Minuten

Im 18. Meisterschaftsspiel unter seiner Regie – sieben Siege, sieben Unentschieden, vier Niederlagen = 28 Punkte – erlebten 6.736 Besucher 21 hochdramatische Minuten, die das Eintrittsgeld allein schon wert waren. Nach nur zwölf Minuten führten die Gastgeber mit 2:0. Jeweils nach Freistößen von Tom Schütz erzielten Marcel Appiah (8.) mit einem Rechtsschuss und Fabian Klos (12.) mit einem Kopfball einen beruhigenden Vorsprung.

Die Burghausener wurden in der Folgezeit wieder einmal ihrem Ruf als Stehaufmännchen gerecht. Zum fünften Mal in dieser Spielzeit kippten sie einen 0:2-Rückstand und erkämpften letztlich ein hochverdientes 2:2. Ein verunglückter Abschlag von Arminia Bielefelds Torhüter Stefan Ortega leitete die Wende zu Ungunsten der Ostwestfalen ein. Innerhalb von zwei Minuten sorgte der wuchtige Sebastian Glasner in der 19. und 21. Minute (Foulelfmeter) für den zu diesem Zeitpunkt unerwarteten Ausgleich.

Krämer und seine Spieler haderten vor allem mit Schiedsrichter Malte Dittrich, der zwei unglückliche Entscheidung traf. Krämer: "Der Elfmeter für Burghausen war unberechtigt, da Patrick Schönfeld Fabian Aupperle überhaupt nicht am Kopf berührt hatte." Zudem beklagten sich die Arminen über einen ausgebliebenen Pfiff des Bremer Unparteiischen, als kurz vor der Halbzeitpause Eric Agyemang im Gäste-Strafraum von Aupperle zu Fall gebracht wurde.

Rzatkowski im Leistungsloch

Spielerisch setzten die Arminen den Reigen ihrer enttäuschenden Vorstellungen nach der Winterpause fort. Marc Rzatkowski befindet sich in einem Leistungsloch und kann dem Spielaufbau derzeit keine belebenden Elemente vermitteln. Da gleichzeitig auch das Spiel ohne Ball krankt, ist im Offensivbereich der Arminen von Kreativität nicht viel zu spüren. Missverständnisse und Fehlpässe sind vielmehr die Folge.

Burghausens Fabian Aupperle (r.) stellt Arminias Stürmer Eric Agyemang ein Bein. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Burghausens Fabian Aupperle (r.) stellt Arminias Stürmer Eric Agyemang ein Bein. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Im zweiten Abschnitt erarbeiteten sich die Gastgeber zwar eine optische Überlegenheit, doch bis auf eine gute Möglichkeit von Fabian Klos (58.) sprang nichts Nennenswertes mehr heraus. "Das Remis geht in Ordnung", meinte Burghausens Trainer Reinhard Stumpf, der sich als großer Fans der Schüco-Arena zu erkennen gab. "Die Atmosphäre ist erstklassig. Es hat Spaß gemacht, hier zu spielen – trotz der zwei dummen Gegentore nach Bielefelder Standardsituationen."

Krämers Schlusswort lässt auf ein versöhnliches Saisonende hoffen: "Mit den meisten Vereinen in der Liga sind wir auf Augenhöhe. Das war vor einigen Monaten noch ganz anders."

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