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Nach dem Sieg in Offenbach hat Krämer gute Chancen auf den Chefposten

Großer Jubel im kurzen Shirt

VON CARSTEN BLUMENSTEIN
17.10.2011 | Stand 17.10.2011, 11:15 Uhr
Krämers Chance auf Arminias Chefposten - © ARMINIA
Krämers Chance auf Arminias Chefposten | © ARMINIA

Offenbach. Jetzt hat Stefan Krämer ein Problem: Er ist abergläubisch. Auf dem Bieberer Berg in Offenbach lief der Interimscoach des Fußball-Drittligisten DSC Arminia vor seiner Trainerbank hin und her - und das im T-Shirt bei Temperaturen von knapp sieben Grad Celsius. Nach dem ersten Saisonsieg der Arminia mit 1:0 (0:0) bei Kickers Offenbach dürfte der kommende Freitagabend für Krämer zu einer kühlen Angelegenheit werden. Im Heimspiel gegen Unterhaching wird der Aberglaube ihn wieder im T-Shirt (Krämer: "Ich habe genug Adrenalin im Körper") an die Seitenlinie treiben - in der Hoffnung auf den zweiten Sieg.

Dass Krämer am Freitag erneut als Trainer des immer noch Tabellenletzten auftreten wird, dürfte sicher sein. Nach der überzeugenden Vorstellung der Mannschaft am Main bleibt den Verantwortlichen in Vorstand und Aufsichtsrat auch gar nichts anderes übrig, als den 44-jährigen Co-Trainer zum Chef zu ernennen. Für Kapitän Markus Schuler ist sowieso klar, wie es weiterläuft. "Stefan ist unser Trainer", sagte der 34-jährige Innenverteidiger kurz nach Spielende. Krämer freute sich über das Kompliment, nahm seine Person aber nicht so wichtig: "Ich hatte Schulle 50 Euro versprochen, wenn er das sagt."

Die Geste von Stefan Krämer vor den mitgereisten Fans zeigt, wie wichtig der Erfolg in Offenbach für den ganzen Verein Arminia Bielefeld ist. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Die Geste von Stefan Krämer vor den mitgereisten Fans zeigt, wie wichtig der Erfolg in Offenbach für den ganzen Verein Arminia Bielefeld ist. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Von den Vereinsverantwortlichen gab es bislang noch kein offizielles Statement in Sachen Trainerfrage. Die Erleichterung nach dem ersten Erfolg war aber groß, Euphorie bricht in Bielefeld deswegen aber noch lange nicht aus. "Das war ein sehr ordentliches Spiel", sagte DSC-Sportchef Samir Arabi nüchtern. "Jetzt müssen wir aber gegen Unterhaching nachlegen." Krämer sah es genauso: "Wir benötigen weiter gute Ergebnisse."

Arabi fand im Spiel der Arminia in Offenbach nur ein Haar in der Suppe: "Wenn etwas zu bemängeln ist, ist es erneut die Chancenverwertung." Bereits zur Halbzeit hätte der DSC führen können, ja sogar müssen. Stürmer Fabian Klos (26./27.) hatte zwei gute Tormöglichkeiten, Alexander Krük tauchte frei vor dem Offenbacher Tor auf, schoss aber am langen Eck vorbei (42.). Sebastian Hille war anscheinend überrascht, dass er in der 44. Minute freistand, er traf den Ball nicht richtig.

In der zweiten Hälfte hatte Arminia nicht mehr so klare Chancen, dafür zeigte die Mannschaft mit einer kompakten Leistung eine tolle Vorstellung. Auch als die schwachen Gastgeber, die fünf Stammspieler ersetzen mussten, etwas Druck aufbauten, blieb die DSC-Defensive, die bei Klos im Angriff anfing, standhaft. Während der gesamten 90 Minuten ließ Arminia nicht eine einzige Chance des OFC zu.
Besonders gefeiert wurde von den gut 300 mitgereisten DSC-Fans unter den 7.648 Zuschauern Matchwinner Marc Rzatkowski. Der 1,71 Meter kleine Mittelfeldspieler war immer anspielbar, verteilte die Bälle gut und schoss den 1:0-Siegtreffer. "Wir waren schon oft nah dran, heute haben wir es erzwungen", sagte Rzatkowski. Das Team habe nie die Köpfe in den Sand gesteckt. "Marc hat schon viele gute Spiele gemacht, jetzt ist er belohnt worden", erklärt Arabi.
Durch das Tor von Rzatkowski könnte auch Krämer belohnt werden: mit einem Vertrag als Chefcoach.

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