Von wem ist diese Arminia noch zu retten?

Trotz leichter Leistungssteigerung unter Interims-Trainer Krämer auch gegen den 1. FC Heidenheim mit 0:1 verloren

Von wem ist diese Arminia noch zu retten? - © ARMINIA
Von wem ist diese Arminia noch zu retten? | © ARMINIA

Bielefeld. Für Hätte, Wenn und Aber ist in der harten Realitäts-Erlebniswelt des Profifußballs kein Platz. Besonders nicht bei einem Drittliga-Tabellenletzten, der seit ewigen Zeiten keinen Heimtreffer mehr erzielt und das Gewinnen verlernt hat.

Und dennoch: Hätte der DSC Arminia schon in den ersten zehn Punktspielen unter dem netten Markus von Ahlen so gekämpft, gerannt, gestürmt wie diesmal eine Hälfte lang auf Geheiß des impulsiveren Stefan Krämer, wahrscheinlich wäre längst jenes Erfolgserlebnis herausgesprungen, dem die mittlerweile restlos verunsicherten Bielefelder nun weiter vergebens hinterherlaufen. 
Denn obwohl der DSC "allein in der ersten Halbzeit mehr Torchancen hatte als in den letzten vier Heimspielen zuvor" (Krämer), gab es die beinahe obligatorische Niederlage in der Schüco-Arena. 0:1 (0:1) gegen den 1. FC Heidenheim. 
Ein Resultat, das von Krämer mit einiger Berechtigung als "unverdient" eingestuft wurde. Ein Ergebnis aber auch, das die beiden grundsätzlichen Mängel belegt: Fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss und Unkonzentriertheiten im eigenen Strafraum bei entscheidenden Situationen. Und damit insgesamt (fünf Punkte nach elf Spielen, siegloser Tabellenletzter, seit 526 Minuten kein Heimtor mehr) ein Zahlenwerk, das gleich nach dem statistisch misslungenen Debüt von Krämer die Frage aufwirft: Von wem ist diese Arminia noch zu retten?

Arabi: In Offenbach wird ein Trainer auf der Bank sitzen



Um eine konkrete Antwort drückt sich Samir Arabi mit beredter Schweigsamkeit. "In Offenbach wird ein Trainer auf der Bank sitzen", versprach Arminias Sportlicher Leiter mit Blick auf das nächste Punktspiel am Samstag, 15. Oktober (14.00 Uhr), am Bieberer Berg. Erhält Krämer eine zweite Chance? Oder kommt ein erfahrenerer Mann? Wie beispielsweise der Ex-Armine Christian Wück, der RW Ahlen in die Zweite Liga führte und am Samstag Tribünengast auf der Alm war. "Alles ist möglich", sagt Arabi drei weitere nichtssagende Worte.
Unterstützung bei dieser Abwehrhaltung bekommt Arabi durch den (Interims-)Geschäftsführer Marcus Uhlig. "Wir können nicht alles in der Öffentlichkeit durchdiskutieren", erklärte der Teammanager, besonders nicht in einer "relativ komplizierten Situation" wie der aktuellen. Das verlängerte Wochenende wird mindestens noch genutzt, um eine Personalentscheidung zu fällen. Wie sehr die DSC-Verantwortlichen darauf gehofft hatten, dass ein Sieg das Pro-Krämer erleichtert hätte, belegt eine andere Uhlig-Aussage: "Nicht der Trainer hat verloren, die Mannschaft hat verloren."
Da ist was dran. Die neuformierte Anfangself ging "raus wie die Feuerwehr" (Heidenheims Coach Frank Schmidt), setzte mit Aggressivität, hoher Laufbereitschaft, Mut zum Abschluss all’ das um, was Krämer gefordert und versprochen hatte. Nur die Chancenverwertung blieb von An- bis Abpfiff und von Marc Rzatkowski bis Fabian Klos und Kacper Przybylko so schwach wie immer.
Und da die Abwehr sich in der 29. Minute bei einem Einwurf (!) einen Gegentreffer durch Nico Frommer einfing, der einfach nicht fallen darf, waren Krämers befruchtende Maßnahmen nicht vom Erfolg gekrönt. Denn je mehr die Partie sich dem traurigen Ende näherte, desto weniger fiel den Arminen ein.

Christian Alder (m.), der Arminia im Auftrag von Darmstadt 98 beobachtete, Christian Wück und Ronny Maul (r.). - © FOTOS: WOLFGANG RUDOLF

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