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Arminia: Die Null steht überall

Torloses Unentschieden gegen Erfurt verschärft die prekäre Situation

VON RAINER KLUSMEYER
12.09.2011 | Stand 12.09.2011, 08:52 Uhr |
Manuel Hornig (r.). - © FOTO: W. RUDOLF
Manuel Hornig (r.). | © FOTO: W. RUDOLF

Bielefeld. Das Spiel besaß zumindest Elemente mathematischer Logik. Die Heimmannschaft angetreten mit null Zählern aus drei Begegnungen. Der Gast angereist mit null Toren und null Punkten aus ebenfalls drei Partien. Dreimal Null ist Null ist Null. Kölner Karnevalisten haben’s in einem Hit der Kultband Bläck Fööss gelernt. Anhänger des DSC Arminia wissen’s, weniger spaßig, spätestens seit dem Abpfiff des Vergleichs mit Rot-Weiß Erfurt.

Das 0:0 bringt beiden Mannschaften nach der fußballeigenen Arithmetik kurioserweise Zuwachs auf dem Punktekonto. Das Niveau der 90 Minuten allerdings macht sehr gut nachvollziehbar, weshalb vor einigen Jahren ein paar europäische Landesverbände vorübergehend dazu übergegangen waren, Nullnummern auf dem Feld mit einer Nullrunde in der Tabelle zu bestrafen.

"Da gibt es nichts schönzureden", befand, wohltuend selbstkritisch, Erfurts Coach Stefan Emmerling, der "andere Ansprüche" an sein Team stellt. Kollege Markus von Ahlen gelang es unter Mühen dem gar gruseligen Gekicke als "einzig Positives" abzugewinnen, "dass wir zumindest defensiv wenig zugelassen haben."

Nach vorne hingegen müsste sich die Arminia "definitiv verbessern", vor allem in Sachen "Präzision und Durchsetzungsvermögen", forderte der weiter sieglose DSC-Trainer. Ganze zwei Torchancen erarbeiteten sich die Bielefelder - und hatten bei deren Verwertung null Glück.

Sebastian Hille visierte in der 24. Minute den Pfosten an, Eric Agyemangs abgefälschter Schuss in der 51. Minute senkte sich ans Quergebälk. Erfurter Tormöglichkeiten? Sie werden’s ahnen: Null!
Ein Fakt, der sich mit einiger Fantasie zu (Zweck-)Optimismus verarbeiten lässt. "Wir hatten also zwei klare Torchancen mehr als der Gegner", analysierte Manuel Hornig. Und, bitteschön, es könne doch niemand erwarten, dass "wir die Gegner an die Wand spielen". Also sei die Leistung "ordentlich", das Resultat jedoch "unter dem Strich zu wenig" gewesen.

Dem Innenverteidiger - nebst Nebenmann Thomas Hübener Hauptgarant dafür, dass die Null hinten stand, wie das jeder Trainer im Sinne des Huub Stevens fordert - darf an einer Stelle widersprochen werden. Längst verlangt in Bielefeld keiner mehr, dass Glanz-und-Gloria-Siege wie zu Zeiten eines Uwe Rapolder herausgewirbelt werden. Aber wenigstens ein ganz klein bisschen an altem Alm-Feeling dürfte es dann doch schon sein. Erzeugt durch Aggressivität, Mut, Forechecking, Risikobereitschaft, Einsatz. Von all' diesen Positivtugenden ist beim von-Ahlen-Team wenig bis null zu sehen.

Was sich leicht mit Zahlen belegen lässt: Bei der Eckballstatistik erlitt die Arminia eine verheerende Niederlage - 0:7. Null Standards für die Heimelf! Weshalb die Stimmung auf den Rängen auf den Nullpunkt sank. Weil die Angst umgeht, dass der Weg in Nullkommanichts hinabführt in die Niederungen des Amateurfußballs.

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