BIELEFELD Arminia: Präsidenten-Kandidat Zillies genießt Respekt in Politik und Sport

Bielefelder Hoffnungsträger

VON JOACHIM UTHMANN
Zillies

genießt

Respekt


- © ARMINIA
Zillies
genießt
Respekt

| © ARMINIA

Bielefeld. Er gilt als erfahren, ist anerkannt und genießt viel Respekt. Die Liste seiner Verdienste ist lang. Und doch ist das Wirken von Jörg Zillies in Bielefeld eher im Verborgenen geblieben. Der 64-Jährige, der sich als Präsident beim DSC Arminia bewirbt, drängt sich nicht in den Vordergrund. Zillies, der 2002 auch schon als Krisenmanager den hoch verschuldeten Handball-Zweitligisten TSG Bielefeld mit rettete, gilt jetzt als Hoffnungsträger beim krisengeschüttelten Fußball-Drittligisten.

Zillies steht mit seinem Dreierteam, zu dem der Wirtschaftwissenschaftler Professor Herrmann Richter gehört, der an der Uni Bielefeld finanziert aus Studienbeiträgen der Studenten lehrt, beim DSC vor einem Schuldenberg von fast 30 Millionen Euro – bei einem Etat für den Spielbetrieb von 3,8 Millionen. Nicht ganz so dramatisch war die Situation bei der TSG 2002, zu der sich die Altenhagener und Heeper Handballer zusammengeschlossen hatten – aber doch vergleichbar. Denn bei der TSG stand Schulden von über 300.000 Euro ein Etat in nur halb so großer Höhe gegenüber.

Jörg Zillies kandidiert bei Arminia als Präsident. Die Mitglieder müssen ihn im September wählen. - © FOTOMONTAGE: ANDREAS FRÜCHT
Jörg Zillies kandidiert bei Arminia als Präsident. Die Mitglieder müssen ihn im September wählen. | © FOTOMONTAGE: ANDREAS FRÜCHT

Mitstreiter von Zillies, von 2001 bis 2003 Vorsitzender der TSG-Handball-Abteilung, war beim rettenden Sanierungskonzept Hans-Rudolf Holtkamp, Geschäftsführer von Bielefeld Marketing. Er war bei der TSG Vorsitzender des Verwaltungsrates und erinnert sich noch gut an die Zusammenarbeit mit Zillies. Und er traut dem Kandidaten die Rettung des DSC zu: "Er ist kompetent und fähig."

Er begann als Handballer bei Arminia

Die Wurzeln des Sportlers Zillies liegen in den 60er-Jahren beim DSC Arminia, wo er als Handballer begann. Später wechselte er zum TSV Altenhagen als Spieler und Betreuer, teils in Ober- und Regionalliga, ehe er gut zwei Jahre wieder Spielertrainer beim DSC war und schließlich in den 80er-Jahren die Jugend in Altenhagen trainierte. Daneben ist Zillies in zwei Tennisvereinen, Gelb-Weiß und BTTC, Mitglied und spielt Golf.

Beruflich arbeitete der Hoberger und promovierte Pharmazeut, der am Montag im Tennisclub Gelb-Weiß seinen 65. Geburtstag feiert, als Apotheker in der Industrie, war Inhaber des Pharma-Unternehmens "Pharbil", Geschäftsführer der Nachfolge-Firma und später Unternehmensberater. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.
Die, die ihn kennen, würdigen, dass er teamfähig, ergebnis- und zielorientiert ist, eine klare Meinung hat und vertritt sowie ein gute Beziehung zum Sport hat. Als unternehmerisch denkender Mensch passt er auch ins Anforderungsprofil der Geldgeber wie Gerhard Weber.

In seiner ruhigen, aber kompetenten Art wird Zillies auch von seinen Parteifreunden geschätzt, die teils erstaunt sind, das er beim DSC amtieren will. Für die CDU saß Zillies von 2004 bis 2009 im Stadtrat, daneben im Hauptausschuss und als Gesellschaftsvertreter bei Arbeit Plus. In der Partei ist er Beisitzer im Kreisvorstand. Geschäftsführer Arnold Hildebrandt: "Die Kandidatur finde ich gut, er weiß, wovon er redet, ist unabhängig und hat mehrfach bewiesen, dass er Probleme sehr gut meistern kann."

"Messerscharfer und sportbegeisterter Analytiker"

Auch für Bürgermeister Detlef Helling ist der "messerscharfe und sportbegeisterte Analytiker" jemand, der Grund in den Verein bringen kann: "Die Frage ist, kann er die Mitglieder mitnehmen?" Der CDU-Kreisvorsitzende Bernd Landgraf schätzt Zillies "menschlich: Er ist nicht eitel, muss nichts mehr erreichen, ist sehr engagiert. Mit seiner Erfahrung traue ich es ihm zu. Wenn es einer schaffen kann, dann er."

Der ausgeschiedene Arminen-Präsident, Stadtwerke-Chef Wolfgang Brinkmann (SPD), wünscht seinem Nachfolger "viel Erfolg" und sagt ihm seine Unterstützung zu. Brinkmann glaubt, dass Zillies nach der Zusage von Weber, eine Insolvenz nicht zuzulassen, erfolgreich arbeiten und die Konsolidierung mit neuem Druck fortsetzen kann. Die Voraussetzungen seien jetzt besser, weil die Hauptkritiker sich mehr zurückgezogen hätten, die Unterstützung der Investoren vorliege und der Präsident selbst den Geschäftsführer mit auswählen könne.

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group