Arminia steigert sich zur rechten Zeit

Beim 2:2 in Regensburg beweist von Ahlens Mannschaft Entwicklungspotenzial

VON PETER BURKAMP
Marc Rzatkowski trifft in dieser Szene zum 2:2-Ausgleich. Regensburgs Thomas Kurz ahnt schon Böses. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Marc Rzatkowski trifft in dieser Szene zum 2:2-Ausgleich. Regensburgs Thomas Kurz ahnt schon Böses. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Regensburg. Puh, das war wichtig: Einen besseren Zeitpunkt hätte sich die schwer angeschlagene Arminia für ein deutliches Lebenszeichen kaum aussuchen können. Das 2:2 bei Tabellenführer Regensburg lässt berechtigte Hoffnungen zu, dass Trainer Markus von Ahlen und seine Mannschaft den freien Fall stoppen und sich in den nächsten Wochen Schritt für Schritt aus dem Tabellenkeller befreien können. "Das Erfolgserlebnis ist wichtig für die Mannschaft", meinte Markus von Ahlen.

Für ihn selbst natürlich auch. Die Trainer-Diskussion dürfte vorerst verstummen und Ruhe bringen, auch wenn von Ahlen erklärt, "dass ich mich selbst nicht so wichtig nehme. Arminia steht im Vordergrund, und ich freue mich jetzt auf zwei Wochen intensiver Arbeit ohne Ligabelastung."

Dabei eignet sich der samstägliche Auftritt im Jahnstadion als Anschauungsmaterial. Die Entwicklung der 90 spannenden Minuten ist es, aus der Trainer und Spieler Selbstvertrauen und Mut für eine bessere Zukunft schöpfen können. Trotz der 1:0-Führung durch Manuel Hornig (19. Spielminute) und des 2:2-Ausgleichs durch Marc Rzatkowski (43.) war die torlose zweite Halbzeit die deutliche bessere der Gäste.

"Wir hatten im ersten Durchgang einige kritische Phasen zum Teil durch Glück, zum Teil durch Leidenschaft überstehen müssen", drückte Markus von Ahlen vorsichtig aus, was die rund 120 mitgereisten DSC-Anhänger beinahe an den Rand der Verzweiflung gebracht hatte.

"Da passte die Zuordnung nicht", räumte Markus von Ahlen ein, dass Regensburg etwas anders als erwartet auftrat und seine Mannschaft durch Stellungsfehler und Unsicherheiten auf fast allen Positionen für eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen neben den Treffern durch Temür (23.) und Schweinsteiger (31.) sorgte.

Platins fing sich wieder

Kritische Phasen sind auch in der zweiten Halbzeit nicht wegzudiskutieren. Arminia präsentierte sich jedoch grundsätzlich verbessert. "Der Trainer hat noch einmal das Taktikboard herausgeholt. Danach passte die Zuordnung und wir standen insgesamt stabiler", meinte Manuel Hornig, der ein beeindruckend starkes Startdebüt lieferte. Wichtig auch: Torwart Patrick Platins, der bei beiden Gegentoren schlecht aussah, fing sich wieder. Zwei, drei Mal verhinderte er einen erneuten Rückstand.

Aus einer sicheren Deckung heraus entwickelten sich dann sogar wieder gute Ansätze in der Offensive. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft den Dreier gewollt hat", sagte von Ahlen, der dieses Bestreben durch offensive Wechsel unterstützte. Und wenn Bahattin Köse kurz vor dem Schluss den mitgelaufenen Sebastian Hille gesehen hätte, anstatt selbst zu schießen, wäre sogar der lang ersehnte erste Saisonerfolg möglich gewesen.

"Wir hatten auf einen Sieg gehofft", meinte Patrick Schönfeld etwas enttäuscht. Letztlich überwog bei Arminias Offensivkraft wie auch bei den Fans das Positive. "Wir glauben an uns. Besonders in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass wir gemeinsam auf dem Platz stehen."

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