Arminia-Trainer von Ahlen bangt um seinen Job

Schönfeld: "Team steht hinter dem Coach"

VON JÖRG FRITZ
Arminias Maskottchen gibt nach dem Schlusspfiff Trainer Markus von Ahlen die Hand. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminias Maskottchen gibt nach dem Schlusspfiff Trainer Markus von Ahlen die Hand. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Bielefeld. Trotz seiner 40 Jahre würde Arminia Bielefelds Trainer Markus von Ahlen locker als Topkandidat für den idealen Schwiegersohn durchgehen. Der gebürtige Bergisch Gladbacher sieht gut aus, ist charmant, höflich und zumeist mit einem sonnigen Gemüt ausgestattet.Als Coach eines Fußball-Drittligisten hat er zudem einen interessanten Job aufzuweisen.

Eben in diesem Betätigungsfeld hat von Ahlen derzeit enorme Probleme. Der von ihm zu Saisonbeginn übernommene Zweitligaabsteiger hat mit lediglich zwei Punkten aus sechs Meisterschaftsspielen sowie einem kläglichen 1:5 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Nürnberg einen katastrophalen Start in die Spielrunde 2011/2012 hingelegt.

Erinnerungen an die Saison des Vorjahres werden wach, als ein ebenso sympathischer Christian Ziege neue Wege in Ostwestfalen beschreiten wollte. Nach sechs Spieltagen 2010/2011 war zumindest der gebürtige Berliner Ziege erfolgreicher, der einen 1:0-Heimsieg gegen den FC Ingolstadt auf der Habenseite verbuchen konnte.

Gerade diese Erinnerungen wecken Bedenken bei einigen Mitgliedern des Aufsichtsrates, "die damals zu lange gewartet haben", so der Tenor einiger Mitglieder des aktuellen Kontrollorgans. Ziege wurde erst nach dem 11. Spieltag nach der 0:3-Pleite in Augsburg entlassen und durch Ewald Lienen ersetzt, was letztlich trotz der Bereitstellung einer siebenstelligen Summe der Sponsoren für Nachverpflichtungen auch nichts mehr brachte. Arminia spielte weiterhin schlecht und stieg sang- und klanglos ab.

Auf diesem Weg, so scheint es, befindet sich auch die aktuelle Formation – ab in die Regionalliga. Von Ahlen, der bislang nur die B-Jugend-Teams von Bayer Leverkusen und des Hamburger SV betreut hat, wirkt bei seinen Aktionen während des Spiels an der Außenlinie unbeholfen und unglücklich. Er applaudiert auch jede noch so schlechte Aktion eines Arminenspielers mit Beifall. Diese fraglich gut gemeinte motivationsfördernde Maßnahme fand jedoch nicht die erhoffte Wirkung bei seinen Spielern.

Von Ahlen darf sich zumindest der Rückendeckung des sportlichen Leiters Samir Arabi und der Mannschaft erfreuen. Der Aachener hatte sich in Kooperation mit dem ehemaligen Vorstandsmitglied Detlef Echternkamp für eine Verpflichtung von Ahlens stark gemacht.

Patrick Schönfeld, offensiver Mittelfeldspieler, lässt keine Kritik am Trainer aufkommen. "Die Mannschaft steht eindeutig hinter ihm. Wir sind guter Dinge, dass wir die Sache noch hinkriegen. Schließlich ist die Saison lang genug. Und im Training läuft es schon sehr gut." Ob diese Geduld auch Topsponsor Gerhard Weber aufbringt? Warten wir es ab.

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