Arminia Bielefelds Übergangspräsident Hans Joachim Faber hat auf einer Sitzschale in der Schüco-Arena Platz genommen - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminia Bielefelds Übergangspräsident Hans Joachim Faber hat auf einer Sitzschale in der Schüco-Arena Platz genommen | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Hans Joachim Faber: Arminias etwas anderer Präsident

Rechtsanwalt, Lyriker, Stadionsprecher und Kartenabreißer

VON JÖRG FRITZ

Bielefeld. Vom ersten Augenblick an versprüht der Mann eine gehörige Portion Sympathie. 42 Jahre alt ist Hans Joachim Faber, der seit dem 8. Juli Arminia Bielefeld als Übergangspräsident führt. Ein schwarzer Rucksack und zwei Handys, die der Generation anno Tobak angehören, zählen zu den Utensilien, die er für seine diversen Jobs benötigt.

Der Bielefelder hat in den vergangenen 14 Tagen eine Karriere in Rekordtempo bei den Arminen hingelegt. Am 27. Juni wurde Faber (seit 1998 Vereinsmitglied) in den Ehrenrat gewählt. "Ich wollte mich in einem Gremium engagieren, aber nicht unbedingt im Vordergrund stehen", lautete seine Begründung für die Aufstellung zur Wahl. Diesem Grundsatz wurde der gebürtige Neuwieder aber am 8. Juli untreu, als ihn der Verwaltungsrat zum Übergangspräsidenten berief. "Die Rechtsunsicherheiten wären zu groß gewesen, wenn der Ehrenrat weiterhin die Geschäfte geführt hätte."

Faber sieht sich als Präsident auf Zeit. "Als Fan habe ich früher einmal von einer solchen Möglichkeit geträumt. Momentan bleibe ich aber solange im Amt, bis der Verwaltungsrat Nachfolger für das zurückgetretene Präsidium um Wolfgang Brinkmann gefunden hat", lautet sein Bekenntnis.

"Diesen Job werde ich auch als Präsident weitermachen."

Über Langeweile kann sich Faber wahrlich nicht bekleiden. Mit seiner Lebenspartnerin betreibt er eine Anwaltskanzlei am Bielefelder Jahnplatz. Gleichwohl ist er auch noch in Teilzeit im Servicebereich des Bielefelder Kinos CinemaxX tätig. "Ich verkaufe dort Karten und reiße sie auch ab", beschreibt Faber seine Tätigkeiten in diesem Bereich, für die er oft belächelt wird. Eine Minderwertigkeit dieses Jobs zieht er aber überhaupt nicht in Betracht. "Es macht mir Spaß, ich werde gut bezahlt und kann im Betriebsrat sogar noch für Impulse sorgen."

Bei Arminia ist Faber seit langer Zeit eine feste Größe als Stadionsprecher für die Spiele der U 19 sowie als Betreuer der Schiedsrichter in dieser Spielklasse. "Diesen Job werde ich auch als Präsident weitermachen", verspricht Faber. Eine andere Betätigung muss er wohl oder übel aufgeben. Seit 2006 ist Faber bei Radio Bielefeld am Morgen nach Meisterschaftsspielen mit seiner "Lyrik in Leder" auf Sendung. Er präsentiert ein Gedicht zum abgelaufenen Spiel. "Ich schreibe die erste Zeile vor und ergänze den Text durch Originalsätze von Live-Reporter Uli Zwetz und/oder den Reaktionen der Spieler und des Trainers." Diesem Interessenkonflikt wolle er für eine gewisse Zeit aus dem Weg gehen, betont Faber. "Aber, wie gesagt, nur von kurzer Dauer."

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group