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UPDATE Uli Stein Kandidat für das Präsidentenamt bei Arminia Bielefeld

VON JÖRG FRITZ
16.06.2011 | Stand 17.06.2011, 11:20 Uhr
Stein Kandidat

für Arminias

Präsidentenamt - © ARMINIA
Stein Kandidat
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Präsidentenamt | © ARMINIA

Bielefeld. Fußball-Drittligist Arminia Bielefeld kommt nicht zur Ruhe. Nachdem der Klub am Dienstag die Lizenz für die dritthöchste deutsche Spielklasse erhalten hatte, sind Grabenkämpfe um die Machtpositionen innerhalb der Gremien ausgebrochen.

Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist eine Äußerung des amtierenden Präsidenten Wolfgang Brinkmann, der am 5. April 2011 im Rahmen der Mitgliederversammlung zur Stadionausgliederung einräumte, einem möglichen Neuanfang nicht im Wege zu stehen. Brinkmann hat sich zu einem Rückzug von seinem Amt bis dato nie offiziell geäußert. Er bleibt lediglich bei seiner Willenserklärung, in der nahen Zukunft eine mögliche Demission nicht auszuschließen.

Einer seiner treuesten Mitstreiter ist Schatzmeister Andreas Erdmann, der sein weiteres Engagement bei Arminia sehr eng mit Wolfgang Brinkmann verknüpft hat. Erdmanns Argumentation stimmt allerdings nachdenklich: "Erst einmal freue ich mich darüber, dass wir die Lizenz bekommen haben. Anderseits gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Dauer der Konsolidierung des Vereins."

Ex-HSV-Torwart Uli Stein wird im August 2004 beim Abschiedsspiel für HSV-Masseur Hermann Rieger von Thomas Doll ausgespielt. - © FOTO: DPA
Ex-HSV-Torwart Uli Stein wird im August 2004 beim Abschiedsspiel für HSV-Masseur Hermann Rieger von Thomas Doll ausgespielt. | © FOTO: DPA

Wie ein Fels in der Brandung steht Erdmann in der täglichen Vorstandsarbeit zu Präsident Wolfgang Brinkmann. "Ich stehe loyal zu ihm. Es ist eine Frage des Vertrauens. Das ist das Nonplusultra in der Vorstandsarbeit." Solange Brinkmann im Amt bleibe, lege er sein Amt nicht nieder, bekräftigte der Schatzmeister. "Und wenn ein Neuer kommt, werde ich mir anhören, was er zu sagen hat", erklärte Erdmann, der eine Lanze für Brinkmann bricht. "Er macht einen guten Job. Er ist ein erfahrener Manager."

Kritischer beschreibt Erdmann die finanzielle Situation des Vereins in der nahen Zukunft. "Obgleich die Lizenz vorhanden ist, herrscht noch keine Ruhe. Wir haben lediglich ein Etappenziel erreicht. Große Herausforderungen stehen noch bevor. Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen – die zu bewältigenden Aufgaben haben sich durch die Erteilung der Lizenz leider nicht in Luft aufgelöst."

Stein ganz oben auf der Wunschliste

Auf der Wunschliste zahlreicher amtierender Gremienvertreter des Klubs steht der Name Uli Stein ganz obenan. Er soll Wolfgang Brinkmann beerben. Der 56-Jährige absolvierte von 1976 bis 1980 134 Spiele und 1995 bis 1997 59 Spiele für Arminia Bielefeld und bestritt sechs Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft. Seit April 2008 arbeitet Stein an der Seite des ehemaligen Bundestrainers Berti Vogts als Torwarttrainer bei der Nationalmannschaft Aserbaidschans.

Der Verwaltungsrat des DSC Arminia Bielefeld, der für die Wahl des Vorstandes laut Satzung zuständig ist, gibt sich bedeckt. Wird Uli Stein neuer DSC-Präsident? Verwaltungsratschef Alexander Geilhaupt: "Kein Kommentar." Ein Dementi hört sich anders an. Nach Informationen dieser Zeitung hat der Verwaltungsrat zwei Gespräche mit Stein geführt, an dem auch Arminias Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier teilgenommen haben soll.

Uli Stein spielt derweil den Ahnungslosen. "Es gibt nix zu sagen. Kein Kommentar. Aber im Fußball ist alles möglich." Aus dem Umfeld von Arminia Bielefelds Sponsor Gerhard Weber war eine Bestätigung des Kontaktes zu erfahren. Uli Stein ist seit Jahren regelmäßiger Gast der Gerry Weber Open und Golfpartner des DSC-Sponsors aus Halle.

Positiv zum Thema Uli Stein äußert sich auch der amtierende Vizepräsident Wilfried Lütkemeier. "Uli Stein ist nicht verkehrt. Von Seiten des jetzigen Vorstandes würde sich niemand einem Gespräch mit ihm widersetzen." Wichtig, so Lütkemeier, sei aber ein würdevoller Abschied für Brinkmann. Er habe sich um den Verein sehr verdient gemacht.


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