Arabi: Ein Mann mit dem Blick für Talente

Aachener Chefscout wird neuer Sportlicher Leiter bei Arminia / Arbeitsbeginn schon am Montag

Arabi: Ein Mann mit dem Blick für Talente - © ARMINIA
Arabi: Ein Mann mit dem Blick für Talente | © ARMINIA

Bielefeld. Auf einmal ging alles ganz schnell. Bis zur nächsten Tagung am Montag wollten die Verantwortlichen des DSC Arminia eigentlich warten, um sich auf den neuen Sportlichen Leiter festzulegen. Nun aber gab der Noch-Zweitligist doch schon am Freitagnachmittag bekannt: "Der Aufsichtsrat der DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA hat unter Zustimmung aller Vereinsgremien einstimmig beschlossen, Samir Arabi als neuen sportlichen Leiter zu verpflichten."

Aus Sicht von Präsident Wolfgang Brinkmann bestand kein Anlass mehr, diese richtungweisende Personalentscheidung länger aufzuschieben. "Herr Arabi hat uns mit seiner fachlichen und sozialen Kompetenz überzeugt", erklärte Brinkmann, dem die "sehr gute Vorbereitung" und der "sehr systematische Vortrag" von Arabi bei dessen Vorstellungsgespräch am Mittwoch in der Schüco-Arena besonders gefallen hatte. Mit seinem Auftritt stach der Noch-Aachener Arabi seinen Konkurrenten, den ehemaligen Arminia-Profi Ronald Maul, aus.

Samir Arabi muss den Kader für Arminias Drittligasaison 2011/2012 planen - aber vorher einen neuen Trainer aussuchen. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Samir Arabi muss den Kader für Arminias Drittligasaison 2011/2012 planen - aber vorher einen neuen Trainer aussuchen. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Das Tempo, mit dem der Verein zu einem Entschluss kam, dürfte ganz im Sinne des neuen Sportchefs sein. Denn einer von Arabis Leitsätzen lautet: "Die Schnellen fressen die Langsamen". Übersetzt auf die zukünftige Arbeit bedeutet das für den 32-Jährigen, der bisher als Chefscout bei Alemannia Aachen tätig war: "Wir müssen den Vorteil, relativ früh die zukünftige Klasse zu kennen, nutzen, um möglichst schnell junge Spieler für uns zu gewinnen und sie weiterzuentwickeln."

"Echter Öcher Jong"

So wie ihm das am Tivoli beispielsweise mit Zoltan Stieber gelungen ist, der ablösefrei von der TuS Koblenz kam und demnächst für geschätzte 1,3 Millionen Euro nach Mainz wechselt. Einer (von mehreren) Transfers, die Arabi in Aachen viel Beifall einbrachten. Beim DSC unter stark eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten arbeiten zu müssen, schreckt den "echten Öcher Jong" (Arabi über seine Aachener Herkunft) nicht: "Das kann sogar eine große Chance sein, die Mannschaft komplett neu aufzubauen und Vertrauen zurückzugewinnen", sagt Arabi. Er hofft, mit dieser Herangehensweise auch Unterstützung im Umfeld zu finden. Beispielsweise dadurch, dass die "Rückschläge, die es immer geben kann", als Entwicklungsprozess akzeptiert werden. Arabi: "Letztlich, das zeigt derzeit Borussia Dortmund in der Bundesliga eindrucksvoll, kann es ein sehr erfolgreicher Weg sein, dem Nachwuchs eine Chance zu geben."

Welcher Trainer den neuen Sportlichen Leiter durch die Dritte Liga begleiten wird, steht noch nicht fest. "Was den Trainertyp angeht, bin ich relativ offen", sagt er: "Im Vordergrund steht die fachliche Kompetenz."

Da Alemannia Aachen die Freigabe erteilt hat, wird Arabi schon ab Montag nächster Woche für Arminia arbeiten. Unter dem Vorbehalt der Lizenzerteilung. Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier: "Wenn wir nicht überzeugt wären, dass wir die Lizenz bekommen können, hätten wir solch wichtige Gespräche sicherlich erst gar nicht geführt." Arabis erste Aufgaben sind klar definiert: Verpflichtung des neuen Cheftrainers, danach Kaderplanung für die Saison 11/12.

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