Aachener Arabi und Ahlens Maul Kandidaten als Arminias-Sportdirektor

Casting-Duell beim Fußball-Zweitligisten

VON JÖRG FRITZ
Samir Arabi stellte am Mittwoch in der Schüco-Arena sein Konzept vor. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Samir Arabi stellte am Mittwoch in der Schüco-Arena sein Konzept vor. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Arabi Kandidat

für Arminias

Managerposten - © ARMINIA
Arabi Kandidat
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Managerposten | © ARMINIA

Bielefeld. Das Wetter-Hoch Marieluise sorgte für strahlenden Sonnenschein – möglicherweise ein gutes Omen für die Gremienvertreter des Fußball-Zweitliga-Schlusslichtes Arminia Bielefeld, die mit einer ersten klugen Personalentscheidung für die 3. Liga das sportliche Dauertief der vergangenen Monate vergessen lassen möchten. Die Entscheidung über den neuen Sportlichen Leiter wird nach weiterer Beratung in den nächsten Tagen getroffen.

Drei Kandidaten, so hatte der Verein vorher durchblicken lassen, sollten sich in einer Art Casting für den Job des Sportlichen Leiters vorstellen. Ex-Nationalspieler Ronald Maul (38), von 1995 bis 2000 Profi bei Arminia und seit einem Jahr Teammanager des Drittligisten Rot-Weiß Ahlen, galt dabei als leicht favorisiert, da er mit einem Mini-Etat von rund 1,3 Millionen Euro eine Ahlener Mannschaft aufgebaut hat, die sich reelle Chancen auf den Erhalt der Drittligazugehörigkeit ausrechnen kann. Stefan Studer, Chefscout des FC St. Pauli, wurden ebenfalls gute Chancen eingeräumt. Er wurde jedoch nicht gesichtet.

Wer aber betrat gegen 17.30 Uhr zuerst die Bühne im VIP-Raum der Schüco-Arena, wo sich die DSC-Verantwortlichen um Präsident Wolfgang Brinkmann versammelt hatten? Der, in zweierlei Hinsicht, große Unbekannte. Außer der Beschreibung – Deutscher mit ausländisch klingendem Namen – war von Samir Arabi zuvor nichts an die Öffentlichkeit gedrungen. Zudem dürfte der 38-Jährige mit arabischen Wurzeln nur wenigen Insidern bekannt sein.

Stieber ist Arabis größter Coup

Arabi ist seit drei Jahren Chefscout des Zweitligisten Alemannia Aachen. Sein bevorzugtes Jagdrevier bei der Suche nach zweitligatauglichen Talenten ist die 3. Liga. Arabi, der aktiv nur in der Verbandsliga spielte, gilt beispielsweise als Entdecker von Tobias Feisthammel (VfB Stuttgart II) und Zoltan Stieber (TuS Koblenz), die er zur Alemannia holte. Stieber, 22-jähriger Ungar, gilt als der mit Abstand beste Torvorlagengeber in der 2. Bundesliga. An diesem Dienstag gaben die Aachener Stiebers Wechsel zum FSV Mainz 05 bekannt. Die Ablösesumme beträgt 1,3 Millionen Euro.

Nicht nur wegen dieses Coups wird Arabi bei der Alemannia geschätzt – und auch in Bielefeld muss er Eindruck gemacht haben. Denn ursprünglich war angedacht, jedem der Kandidaten lediglich eine halbe Stunde Zeit einzuräumen, um das Konzept vorzustellen und Fragen zu beantworten. Arabi aber war fast anderthalb Stunden lang vor dem DSC-Auditorium. Sein Eindruck: "Es war ein sehr konstruktives Gespräch. Ich habe mein Konzept vorgelegt. Mehr möchte ich nicht sagen. Wir haben Stillschweigen vereinbart." Der mit dem Zug aus Aachen angereiste Arabi wartet nun auf eine Entscheidung .

Kaum hatte er die Arena unbemerkt durch die Hintertür verlassen, kam – ebenfalls auf geheimen Pfaden – Maul als zweiter Kandidat. Das Versteckspiel lässt erahnen, wie wichtig der Arminia diese richtungweisende Personalentscheidung ist. Nach den Flops der letzten Jahre soll diesmal ein Sportdirektor ausgesucht werden, der den geplanten Wiederaufbau auch tatsächlich vorantreibt. Nach den Gesprächen mit Arabi und Maul wurde die Aufnahme von David Frink und Thomas Lauritzen in den Aufsichtsrat vollzogen. Die Wahl zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden wurde bis zur endgültigen Komplettierung des Gremiums vertagt.

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