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Arminia wendet totale Blamage gegen Union gerade noch ab

Nur 2:2 gegen neun Berliner

VON RAINER KLUSMEYER
21.03.2011 | Stand 21.03.2011, 11:04 Uhr
Arminia wendet totale Blamage gerade noch ab - © ARMINIA
Arminia wendet totale Blamage gerade noch ab | © ARMINIA

Berlin. So sieht Abstiegskampf aus: Zwei Hinausstellungen beim Gegner, über 15.000 aufgepeitschte Fans, ein nicht anerkanntes Tor, Fouls und Verwarnungen in Serie, ein disqualifizierter Co-Trainer, Führung, Ausgleich, Führung, Ausgleich. Nach turbulenten 90 Minuten an der Alten Försterei bleibt statistisch-nüchtern festzuhalten: Das 2:2 (2:1) beim 1. FC Union Berlin ist für den DSC Arminia Bielefeld ein weitere großer Schritt Richtung Abstieg.

Etwas zu eindrucksvoll belegten die Arminen, warum sie Tabellenletzter der 2. Liga sind. Schön, sie haben nun in Christian Müller (4. Minute) und Josip Tadic (22.) endlich zwei Spieler, die an der Alten Försterei einen Treffer aus dem Feld erzielt zu haben. Die Elf von Ewald Lienen hat als erstes Bielefelder Team überhaupt einen Zähler in Köpenick erobert. Aber: Bei mehr als einstündiger Überzahl und fast einer Viertelstunde mit elf gegen neun muss man es erst einmal schaffen, noch zwei Punkte aus der Hand zu geben. "Wir haben uns einfach dämlich angestellt", sprach Dennis Eilhoff deutliche Worte.

Josip Tadic (m.) schiebt zum 2:1 für Arminia ein. Besart Berisha und Marcel Höttecke (l.) schauen zu. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Josip Tadic (m.) schiebt zum 2:1 für Arminia ein. Besart Berisha und Marcel Höttecke (l.) schauen zu. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Denn längst nicht so klar hatte die gesamte Mannschaft einschließlich Keeper Eilhoff zuvor auf dem frisch verlegten Rasenspielfeld agiert. Es ließ sich gut an. Mit den beiden Toren, die Bestätigung der Trainingsarbeit waren. Erst wurde Lienens Forderung nach schnelleren Abläufen beim Einwurf umgesetzt, als Müller zum 1:0 traf. Dann brachte eine einstudierte Freistoßvariante durch Tadic zählbaren Erfolg. Alle anderen Lektionen jedoch gerieten komplett in Vergessenheit, nachdem Union-Kapitän Torsten Mattuschka in der 26. Minute nach einer Rangelei mit Arminias Co-Trainer Abder Ramdane (musste anschließend auf die Tribüne) die Rote Karte gesehen hatte.

Da stand es 2:1 – und danach sprang gerade noch eine Zufalls-Torchance durch Sebastian Heidinger (45.) heraus. "Ich weiß nicht, wie oft wir von hinten den Leuten zugerufen haben, die Positionen auf außen zu halten", beschrieb Markus Schuler das gravierendste Grundsatzproblem. Und weil Union, die Emotionen der Zuschauer in sich "aufsog" (Berlins Coach Uwe Neuhaus), fiel der Ausgleich verdienter- und logischerweise. "Den muss ich auf meine Kappe nehmen", sagt Schuler, der John Jairo Mosquera in der 58. Minute durch einen Stellungsfehler freie Bahn machte. Auch der 2:2-Torschütze musste noch gehen (77.), den kläglich durchs Mittelfeld stümpernden Arminen fiel aber schon lange nichts mehr ein. Es hätte irgendwie gepasst, wenn Björn Brunnemann in vorletzter Minute bei 9:11-Unterzahl das 3:2 markiert hätte. So blieb den Arminen wenigstens die totale Blamage erspart.

1. FC Union Berlin - Arminia Bielefeld 2:2 (1:2)

Berlin: Höttecke - Menz, Madouni, Göhlert, Kohlmann - Peitz - Ede (81. Brunnemann), Mattuschka, Parensen (88. Rauw) -
Savran (89. Benyamina), Mosquera

Arminia Bielefeld: Eilhoff - Kaiser (46. Appiah), Bollmann, Schuler, Feick - Kauf (84. Guela), Berisha - Vidosic, Müller, Heidinger (67. Quaner) - Tadic

Tore: 0:1 Müller (4.), 1:1 Savran (14.), 1:2 Tadic (22.), 2:2 Mosquera (58.)

Zuschauer: 15.789

Schiedsrichter: Thielert (Buchholz)

Gelbe Karten: Kohlmann (5) / Bollmann (6), Kaiser (2), Kauf (3), Schuler (7), Vidosic (1)

Gelb-Rote Karten: Mosquera (77./wiederholtes Foulspiel)

Rote Karten: Mattuschka (26./Tätlichkeit)

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