BIELEFELD Arminia-Fans besuchen "Eisern Union" in Berlin

Jugendliche einer Wohngruppe aus Leopoldshöhe zum Auswärtsspiel des DSC eingeladen

VON BIRGIT GUHLKE
Dominik Kenter (Vorsitzender des Vereins "Wir für Euch", 2. v. l.) bekam von Niels Petko (3. v. r) mit Sohn Richard (2. v. r) eine Einladung nach Berlin - auch für Pascal Pijcke (16), Attila Arseven (16), Fabian Volkmann (16) und Betreuer Jan Taufmann (v. l.); der vierte Jugendliche wollte nicht aufs Bild. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Dominik Kenter (Vorsitzender des Vereins "Wir für Euch", 2. v. l.) bekam von Niels Petko (3. v. r) mit Sohn Richard (2. v. r) eine Einladung nach Berlin - auch für Pascal Pijcke (16), Attila Arseven (16), Fabian Volkmann (16) und Betreuer Jan Taufmann (v. l.); der vierte Jugendliche wollte nicht aufs Bild. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Arminia-Anhänger zu Gast bei "Eisern Union" - © ARMINIA
Arminia-Anhänger zu Gast bei "Eisern Union" | © ARMINIA

Bielefeld. Es gibt Arminen, die noch für gute Nachrichten sorgen: Dominik Kenter ist so einer. Beim Heimspiel des DSC Arminia Bielefeld gegen Union Berlin im Oktober hatte er Union-Fan Niels Betko beeindruckt.

Kenter erzählte von dem Verein, den er zusammen mit Marcell Siek und Jonas Pieterek und anderen im vergangenen Jahr gegründet hatte: "Wir für Euch - schwarz-weiß-blau", der mit Spenden DSC-Tickets kauft und an bedürftige Kinder und Jugendliche weitergibt. Dieses Engagement imponierte Niels Betko so sehr, dass er selbst eine Aktion startete. Auf Union-Art. In Berlin.

Niels Betko lud Dominik Kenter sowie vier Jugendliche einer Wohngruppe aus Leopoldshöhe im Kreis Lippe mit Betreuer zum Rückspiel an der Alten Försterei ein. Inklusive Stadionführung, inklusive Stadtführung, inklusive Übernachtungsmöglichkeit bei sich zu Hause. "Der Empfang war unbeschreiblich, fantastisch", sagte Dominik Kenter am Sonntagnachmittag telefonisch nach dem Spiel. Zu diesem Zeitpunkt steht er - mit Arminia-Trikot - zwischen Union-Fans, hat kaum noch Stimme und ärgert sich über den Ausgleichstreffer zum 2:2: "Ein Zwei-Stationen-Konter - das war dilettantisch, ganz bitter".

"So wünsche ich mir Fußball"

Er hat das Spiel zusammen mit den vier Jugendlichen aus Asmissen im Gästeblock erlebt und lobt seinerseits "die bombastische Stimmung bei den Unionern, so etwas habe ich noch in keinem Stadion in der Bundesliga erlebt". Auch den Jugendlichen habe die Fahrt nach Berlin sehr gut gefallen.

Union Berlin sei ihm "richtig sympathisch" geworden, nicht nur wegen der Stimmung im Stadion. Niels Betko habe ein tolles Programm zusammengestellt, er und die vier Jungs seien durch Berlin geführt worden, hätten sich vor dem Spiel das Stadion ansehen können, dabei den Sicherheitschef von Union und Union-Trainer Uwe Neuhaus getroffen. Im Gepäck hat Kenter jetzt acht DVDs über den Ost-Verein sowie Sticker. "Hier herrscht eine Herzlichkeit - so wünsche ich mir Fußball." Die Unterstützung der Union-Fans sei im übrigen genauso beispielhaft, nicht verstehen kann er Unterstützungsboykotte der Arminen-Fans, die während des Auswärtsspiels stumm blieben. "Das bringt doch nichts."

Ein Unioner wird er aber dann aber doch nicht. Trotz aller Sympathie.

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