Arminia: Nur Albayrak trotzt der Torflaute bei Union Berlin

Deutsch-Türke seit März 2002 einziger DSC-Torschütze an Alter Försterei

VON RAINER KLUSMEYER
Erhan Albayrak (r.) mit Ansgar Brinkmann (l.), dem heutigen Mainzer Torhüter Heinz Müller und zwei Türken beim Trainingslager in Belek auf einem Trecker. - © FOTO: PRÜSSNER
Erhan Albayrak (r.) mit Ansgar Brinkmann (l.), dem heutigen Mainzer Torhüter Heinz Müller und zwei Türken beim Trainingslager in Belek auf einem Trecker. | © FOTO: PRÜSSNER
Arminia: Nur Albayrak traf bei Union Berlin - © ARMINIA
Arminia: Nur Albayrak traf bei Union Berlin | © ARMINIA

Bielefeld. Mit dem Besuch an der "Alten Försterei" im Berliner Stadtteil Köpenick beginnt sie am Sonntag um 13.30 Uhr, die Abschiedstournee des DSC Arminia in der 2. Liga (Live-Ticker auf nw-news.de). Noch vier Mal Tschüss sagen zu alten Weggefährten wie Union Berlin, Fortuna Düsseldorf, Greuther Fürth und Alemannia Aachen. Und sich daran erinnern, dass ja mit diesen und fast allen anderen Gegnern irgendwelche Erinnerungen verbunden sind.

Selten aber so negative wie mit dem Ostberliner Traditionsklub Eisern Union. Dreimal machten sich die Bielefelder auf in dieses irgendwie ganz andere Stadion, dreimal leisteten sie treu und brav und ungewollt Aufbauhilfe Ost. Und auf ein Tor aus dem normalen Spielfluss warten sie bis heute. Weshalb Erhan Albayrak sich einen Eintrag in die Arminia-Annalen gesichert hat: Er ist der einzige DSC-Profi, der jemals einen Treffer an der Alten Försterei erzielt hat. Der Deutsch-Türke verwandelte beim 1:2 am 17. März 2002 einen Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 und spielte auch darüber hinaus so stark, dass er sich die Note 2+ verdiente – die gab’s tatsächlich in grauer Arminia-Vorzeit mal.

Treffsicher ist der mittlerweile 33-Jährige immer noch: Mit zehn Toren führt Albayrak die vereinsinterne Torjägerliste des KFC Uerdingen an, der als Tabellenführer der Niederrheinliga vor dem Aufstieg in die NRW-Liga steht. "Ich dachte eigentlich, hier in Krefeld meine Karriere locker ausklingen lassen zu können. Aber beim KFC stehst du jeden Tag unter Druck, unbedingt gewinnen zu müssen", meint Albayrak, der sein Team als Kapitän in die vierthöchste Klasse führen soll.

"Mir blutet das Herz"

Nach sechs Jahren in der Türkei ist nun der Blick vom Niederrhein nach Bielefeld nicht mehr ganz so weit. "Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wo es mit Arminia hingeht", sagt der Mittelfeldspieler, der "zwei Superjahre bei Arminia erlebt" hat und die Talfahrt des Klubs, dem er "sehr viel zu verdanken hat", als "schlechten Traum" empfindet. Der Abwärtstrend sei nur aufzuhalten, wenn "wieder Ruhe in den Verein kommt".

An das Spiel vor fast genau neun Jahren kann sich der damalige Torschütze noch bestens erinnern: "Da haben wir 1:2 verloren, stimmt’s?", sagt Albayrak und fügt gleich an: "Aber aufgestiegen sind wir trotzdem!"Ebenfalls auf dem Platz an der Köpenicker Wuhlheide stand im März 2002 der heutige Arminia-Kapitän Rüdiger Kauf.

Viele andere – Albayrak nennt Bastian Reinhardt, Mathias Hain, Detlev Dammeier und Christoph Dabrowski – haben als Kapitäne und Sportdirektoren bei verschiedenen Vereinen über Jahre Verantwortung übernommen. Typen, wie sie im aktuellen Kader fehlen. Nicht ganz ernst gemeint sagt Erhan Albayrak deshalb: "Wenn noch jemand gebraucht wird, der sich den Allerwertesten aufreißt – ich bin topfit". Am Sonntag trifft Uerdingen auf den SV Sonsbeck – nach Spielschluss kann sich Albayrak erkundigen, ob er immer noch der einzige Arminia-Torschütze bei Union ist.

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