Bielefeld IT-Experte klagt gegen Rauswurf bei Arminia

DSC äußert sich zu NW-Informationen über Ticketbetrug nicht / Im April Prozess vor dem Arbeitsgericht

VON STEFFEN PORALLA

Bielefeld. Eine unklare Rechtslage, strittige Arbeitsverhältnisse und nur spärliche Informationen: Arminia Bielefeld steht wegen der Kündigung eines Mitarbeiters in einer juristischen Auseinandersetzung. Im Umfeld des Vereins ist zu hören, dass der Ex-Mitarbeiter teure Eintrittskarten für Premiumplätze auf der Osttribüne gefälscht und auf eigene Rechnung verkauft haben soll. Unterdessen klagt der Mann gegen seinen Rauswurf.

Die Klage gegen die Kündigung liegt dem Bielefelder Arbeitsgericht seit dem 28. Februar vor, für den 18. April ist um 9.45 Uhr ein erster Verhandlungstermin angesetzt. Dann muss zunächst festgestellt werden, ob das Arbeitsgericht überhaupt für den Fall zuständig ist. Denn augenscheinlich haben beide Parteien das Arbeitsverhältnis höchst unterschiedlich interpretiert.

Während der geschasste IT-Experte, dessen Name der Redaktion bekannt ist, offenbar von einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis ausgeht, spricht die Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA in einem Brief von einem "Wartungsvertrag". In der Tat fand sich der Mann bis vor kurzem noch auf der Arminia-Homepage wieder - allerdings als "externer Mitarbeiter". Das Arbeitsgericht indes wäre nur bei einem regulären Angestelltenverhältnis für den Fall zuständig. Ein leitender Vereins-Funktionär beklagt derweil, dass viele Arbeitsverträge der KGaA uneinheitlich und nicht eindeutig formuliert seien: "Das geht so nicht."

Entlassener bestreitet Vowürfe

Ähnlich unübersichtlich wie die Rechtslage sind auch die Vorwürfe, der Mann habe teure Tickets für Arminia-Heimspiele gefälscht und vertrieben. Arminia wollte sich zu den Informationen über einen angeblichen Ticketbetrug nicht äußern. Der entlassene Computerfachmann bestreitet die Vorwürfe: "Die sind grundlegend falsch."

Unterdessen gibt es von offizieller DSC-Seite kaum Informationen zu dem Vorfall. Arminia-Pressesprecher Marcus Uhlig bestätigt zwar, dass "da etwas vorgefallen" sei, ansonsten beschränkt sich die Sprachregelung an der Melanchthonstraße in diesen Tagen auf zwei Wörter: "Kein Kommentar."

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