Arminia-Trainer Lienen hofft gegen Union Berlin auf Änderung in der Mentalität

"Ich habe mich geschämt"

VON JÖRG FRITZ
Arminia: Lienen

hofft auf Änderung 

der Mentalität - © ARMINIA
Arminia: Lienen
hofft auf Änderung
der Mentalität | © ARMINIA

Bielefeld. Es schien so, als würde Ewald Lienen ein Geheimtraining absolvieren. Lediglich ein einziger Zuschauer verirrte sich gestern Vormittag zur Übungseinheit des Zweitliga-Schlusslichtes Arminia Bielefeld an der Friedrich-Hagemann-Straße. "Ich bin Rentner, ich brauche Luft", begründete der 63 Jahre alte Michael Gobert, seit drei Jahren Vereinsmitglied, seinen Spaziergang zum Trainingsgelände der Arminen.

Arminias Trainer Lienen hatte immer noch den Kopf voll der negativen Begleitumstände von Sonntag, als Arminia sang- und klanglos mit 0:3 gegen 1860 München unterging. "Ich kann nicht akzeptieren, dass die Mannschaft nicht das umgesetzt hat, was sie sich vorgenommen hat." Jeder Spieler habe zehn bis 15 Prozent weniger gebracht als gegen Duisburg. "Wir haben die Löwen nur mit Wattebäuschchen beworfen. So kann man nicht bestehen", sagte Lienen. Und der Fußballlehrer, dessen Herz immer noch für Arminia schlägt, legte noch einen drauf: "Ich habe mich da draußen geschämt."

Ewald Lienen beim Spiel gegen 1860. - © FOTO: RUDOLF
Ewald Lienen beim Spiel gegen 1860. | © FOTO: RUDOLF

Im Rahmen einer Krisensitzung zwischen Spielern und dem Trainerteam seien alle kritischen Punkte auf den Tisch gekommen, erläuterte Lienen. "Die Luft musste bereinigt werden, da niemand nach der guten Vorstellung in Duisburg mit einem solchen Rückfall gerechnet hatte."

Eine zu intensive und lange Betrachtungsweise dieses Spiels erweise sich als kontraproduktiv. "Da hilft nur die Vorbereitung auf das kommende Spiel." Gegen die "Eisernen" von Union Berlin kann Lienen wieder auf seine Abwehrrecken Arne Feick und Markus Bollmann zurückgreifen, die gegen München wegen einer Gelbsperre fehlten. Lienen: "Ich hoffe, dass sich am Sonntag eine gravierende Änderung in der Mentalität einstellt. Schließlich haben alle Mist gebaut."

Um das gestörte Klima zwischen Sebastian Heidinger ("Dann sollen sie halt zu Hause bleiben") und den eigenen Fans zu verbessern, stellt sich Ewald Lienen als Teilnehmer eines Runden Tisches zur Verfügung. "Natürlich war es albern, was Sebastian erzählt hat, es ist aber passiert." Siege und gute Leistungen seien, so Lienen, der beste Weg zur Versöhnung.

Lienen selbst stellt seine eigene Zukunftsplanung zurück. "Meine Gedanken beziehen sich ausschließlich auf Arminia und die restlichen Spiele. "Und sollte ich zu einem möglichen Nachfolger gefragt werden, antworte ich natürlich."

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