Ziege: "Es gibt auch mal Rückschläge"

Ex-Trainer beklagt frühen Vertrauensverlust bei Arminia

Christian Ziege war bis November 2010 Trainer von Arminia Bielefeld. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Christian Ziege war bis November 2010 Trainer von Arminia Bielefeld. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Ziege: "Es gibt auch mal Rückschläge" - © ARMINIA
Ziege: "Es gibt auch mal Rückschläge" | © ARMINIA

Bielefeld (red). Es war zuletzt ruhig geworden um Arminia Bielefelds Ex-Trainer Christian Ziege. Jetzt hat sich der Europameister von 1996 mit einem Video-Interview auf der Fußball-Webseite transfermarkt.de zurückgemeldet. Aus seinem Engagement in Ostwestfalen hat er mittlerweile seine Schlüsse gezogen.

Trotz Trainerwechsels steht Arminia vor dem Sturz in die Drittklassigkeit. Genugtuung verspürt der Anfang November entlassene Coach nach eigenen Angaben trotzdem nicht. Aber Ziege hat auch registriert, dass mit Ewald Lienen ein erfahrener Coach gekommen ist und dieser mehr Geld für Neuverpflichtungen in die Hand nehmen durfte: "Aber sie haben genauso viele Punkte geholt wie ich. Das ist keine Genugtuung, das ist Fakt", so der 39-Jährige.

Im Gespräch beklagt sich der Ex-Profi darüber, dass er beim DSC nach sechs Niederlagen ein deutlich gesunkenes Vertrauen verspürt habe. "Das ist schon arg früh, gerade unter diesen Voraussetzungen", blickt Ziege auf die eingedampften Finanzen zu Saisonbeginn. Ohne Namen aus der Arminia-Führung zu nennen, sagt er: "Wenn der eine oder andere unter Druck steht, passieren Dinge, die nicht passieren sollten." Schließlich habe er "immer darauf hingewiesen, dass es eine brutal schwierige Saison" wird.

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Mit dem Kapitel Arminia und seiner Entlassung ist er drei Monate nach dem Rauswurf im Reinen: "Es gibt in diesem Geschäft auch mal Rückschläge. Ich habe das analysiert und damit ist das Thema für mich erledigt."

Fortbildung in Schottland

Aktuell nutzt Ziege die Zeit ohne Job für die Familie ("Ich trainiere mit meinem Sohn") und für die Fortbildung. Hospitationen bei anderen Trainern stehen an. Unter anderem will er einem Ex-Spielerkollegen aus Tottenham-Zeiten in Schottland über die Schulter schauen.

In Zukunft würde Ziege gerne weiter als Trainer arbeiten, hält aber auch einen Job als Sportdirektor für möglich. "Auch eine Doppelfunktion schließe ich nicht aus. Da habe ich in Bielefeld Erfahrungen mitgenommen. Ich wüsste jetzt, wie ich das optimieren kann." Zwar sei er zuletzt in Gesprächen "mit zwei, drei Vereinen" gewesen, das passende Angebot war aber noch nicht dabei.

Bei der Wahl eines neuen Klubs ist Ziege nicht wählerisch, eine Bedingung müsste der Arbeitgeber jedoch erfüllen: "Ich würde die Finger von einem Verein lassen, der wie Bielefeld große finanzielle Probleme hat - danach fragt später keiner mehr. Gewinnst du da die Spiele nicht, ist das alles vergessen."

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