Cottbusser Hünemeier war zu teuer für Arminia

Innenverteidiger aus Rietberg-Bokel feiert mit Kontrahenten des DSC

VON JÖRG FRITZ
Uwe Hünemeier von Energie Cottbus freut sich am 17. Oktober 2010 über seinen Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn. - © FOTO: DPA
Uwe Hünemeier von Energie Cottbus freut sich am 17. Oktober 2010 über seinen Treffer zum 2:0 gegen den SC Paderborn. | © FOTO: DPA
Hünemeier war

Arminia zu teuer - © ARMINIA
Hünemeier war
Arminia zu teuer | © ARMINIA

Cottbus. Es gibt viele Gründe, weshalb Fußballprofis nicht zu Arminia Bielefeld wechseln. Die Erwartung, bis zum Saisonende im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga ein tristes Fußballer-Dasein zu frönen, erscheint vielen Kickern als nicht attraktiv genug. Vor Saisonbeginn, als Christian Ziege einen personellen Umbruch einleitete, fehlte das Geld, um talentierte Spieler vom Projekt Arminia zu überzeugen.

Einer dieser Akteure ist Uwe Hünemeier. Der am 9. Januar 1986 in Rietberg-Bokel im Kreis Gütersloh geborene Abwehrspieler stand vor sechs Monaten auf Zieges Wunschliste ganz obenan. "Er wollte mich unbedingt haben", erzählt Hünemeier. "Ich habe mehrmals mit ihm persönlich gesprochen." Letztlich scheiterte der Wechsel und die Rückkehr nach Ostwestfalen an den Finanzen. Hünemeiers damaliger Arbeitgeber, Borussia Dortmund, verlangte für den Innenverteidiger eine Ablösesumme von 100.000 Euro. Arminia musste passen.

Flüssiger war hingegen Energie Cottbus. Die Lausitzer überwiesen anstandslos die geforderte Summe an den BVB und durften sich über eine Verstärkung freuen, die eine fantastische Hinrunde für Energie hinlegte. "Ich habe alles richtig gemacht", lautet Hünemeiers Fazit vor dem Rückrundenspiel am Samstag um 13.00 Uhr gegen Arminia Bielefeld (Live-Ticker auf nw-news.de).

Klopp machte sich für den Ostwestfalen stark

Uwe Hünemeier begann seine Laufbahn bei der DJK Bokel (1992 bis 1997). Es folgten drei Jahre beim FC Gütersloh, ehe er von 2000 bis zum vergangenen Sommer das Trikot von Borussia Dortmund trug . "Dort sah ich in der Innenverteidigung keine Chance für mich, auf Dauer einen Stammplatz zu erkämpfen", begründet Hünemeier seine damaligen Wechselambitionen. Ausgerechnet BVB-Trainer Jürgen Klopp machte sich stark für den Ostwestfalen und empfahl ihm seinen Cottbuser Trainerkollegen Claus-Dieter Wollitz.

Klopps Tipp war in der Tat Gold wert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fasste der 25-Jährige schnell Fuß und gehört seit dem vierten Spieltag der Energie-Stammelf an. Sicherlich spielt auch der Wohlfühlfaktor in Cottbus eine entscheidende Rolle, dass Hünemeier auf dem Platz stets mit erstklassigen Leistungen aufwartet. "Wir fühlen uns im Osten Deutschlands pudelwohl", weiß Hünemeier zu berichten. Dies gilt auch für seine Ehefrau Theresa und Töchterchen Lotta, die am Freitag ihren ersten Geburtstag feierte.

Einen großen Anteil an der Leistungsexplosion Hünemeiers hat der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz. "Er ist ein ähnlicher Typ wie Jürgen Klopp. Deshalb fiel mir der Einstand in der Lausitz auch nicht so schwer", meint Uwe Hünemeier. Mit Energie hat der Innenverteidiger, der in der Hinrunde auch schon fünf Tore erzielte, noch große Ziele. Energie steht im Viertelfinale des DFB-Pokals und trifft am Mittwoch auf 1899 Hoffenheim.

Es war nicht seine schlechteste Entscheidung

Blickrichtung Nummer eins gilt der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus. "Die 1:3-Niederlage zum Rückrundenauftakt in Düsseldorf war sicherlich ein Rückschlag", meint Hünemeier. "Jetzt müssen wir bei unseren Fans mit einem Sieg gegen Arminia Bielefeld Wiedergutmachung betreiben." Cottbus ist mit 31 Punkten Tabellensechster, Arminia mit 8 Zählern Letzter. Uwe Hünemeier hat im Sommer 2010 nicht die schlechteste Entscheidung für seine Lebensplanung getroffen.

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