Arminias A-Jugendspieler fühlt sich von Wettmafia bedroht

Sperre läuft in wenigen Wochen aus

Bochum (dpa/nw). Die Fußball-Wettmafia hat einen A-Jugendspieler von Arminia Bielefeld anscheinend in Angst versetzt. "Ich hatte einen Köttel in der Hose", sagte der 18-Jährige am Donnerstag als Zeuge vor dem Bochumer Landgericht.

Nach eigenen Angaben waren dem Abwehrspieler 1.500 Euro geboten worden, um die Liga-Partie gegen Schalke 04 am 8. November 2009 zu verschieben. Die Manipulation soll vom Angeklagten Stevan R. aber kurzfristig abgesagt worden sein, weil er angeblich in Asien nicht auf die Partie wetten konnte. Arminia hatte das Spiel dann gewonnen. Alle Anweisungen seien vom Angeklagten gekommen. Auch die Niederlage von Bielefeld gegen Bochum sei abgesprochen gewesen.

Der Angeklagte habe von dem Schüler und anderen Spielern verlangt, Partien mit mindestens zwei Toren Unterschied zu verlieren. Er selbst habe wegen einer Verletzung gar nicht gespielt, von einem ehemaligen Spieler, über der Kontakt hergestellt wurde, aber im Nachhinein 200 Euro erhalten. Bei Manipulationsabsprachen vor einem weiteren Spiel habe er wie zwei Mitspieler "50 Euro fürs Wochenende zum Feiern" erhalten.

Der 18-Jährige ist wegen seiner Beteiligung am Wettskandal vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer 14-monatigen Sperre belegt worden, die in wenigen Wochen ausläuft. "Ich habe davon geträumt, es bis in die zweite Liga zu schaffen", sagte er den Richtern. Daraus werde aber jetzt wohl nichts mehr. Er habe damals nur einem Mitspieler helfen wollen, der Wettschulden gehabt habe.

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