Wilfried Finke: "Duelle mit Arminia haben ihren Reiz"

INTERVIEW: Der Präsident des SC Paderborn, zur Situation beim Konkurrenten DSC

Der Chef des Lokalrivalen wünscht Arminia viel Glück für den Abstiegskampf. - © FOTO: NW
Der Chef des Lokalrivalen wünscht Arminia viel Glück für den Abstiegskampf. | © FOTO: NW
"Die Duelle haben

ihren Reiz" - © ARMINIA
"Die Duelle haben
ihren Reiz" | © ARMINIA

Bielefeld. Mit gleich zwei Vereinen in der zweiten Fußball-Bundesliga ist Ostwestfalen-Lippe eine Fußball-Hochburg. Dass das so bleibt, wünscht sich auch Arminias Konkurrent, der SC Paderborn. Dessen Präsident, Wilfried Finke, macht dies im Gespräch mit der Neuen Westfälischen deutlich.

Wie sehen Sie persönlich – quasi als Konkurrent – derzeit die Lage von Arminia Bielefeld?
WILFRIED FINKE: Als Präsident des SC Paderborn 07 betrachte ich die aktuelle Situation von Arminia Bielefeld keineswegs mit Schadenfreude. Natürlich freut es mich, dass wir uns in meiner Amtszeit von der Nummer 4 zur aktuellen Nummer 1 in Ostwestfalen-Lippe entwickelt haben. Aber ich würde mich ebenfalls freuen, wenn die Arminia den Klassenerhalt noch schafft.

Für wie wichtig halten Sie die Rolle eines Traditionsvereins für die Entwicklung einer Region?
FINKE: Die Arminia ist ohne Zweifel ein Traditionsverein, der SC Paderborn 07 will sich dahin entwickeln. Beide Clubs haben eine wichtige Rolle in der Region, da sie Identifikation stiften und den Stolz auf unsere Heimat fördern. Gerade deshalb haben die Duelle beider Mannschaften speziell für die Fußballfans vor Ort ihren besonderen Reiz.

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Am Ende der Woche wird es ernst: Die Rückrunde der 2. Liga beginnt. Für Arminia Bielefeld brechen harte Zeiten an: Der letzte Tabellenplatz mit nur sieben Punkten erfordert viel Optimismus von jedem, der an den Klassenerhalt glaubt. Aber es gibt Menschen, die diesen Optimismus haben; die daran glauben, dass Arminia eine Zukunft in der Liga hat. Wir haben sie gefragt. Von heute an bekennen sie sich zur Solidarität mit dem Verein: "Wir mit Arminia" lautet der Titel einer Serie, in der wir bis zum ersten Spieltag am Sonntag täglich Beiträge von und mit Arminia-Fans aus Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Sport veröffentlichen. Bei allen Unterschieden eint sie im Detail ein Ziel: Arminia muss den Klassenerhalt noch schaffen.

Das Fußballgeschäft ist immer ein Auf und Ab. Welche Bedeutung hat der Zweitligafußball – mit Arminia – für Ostwestfalen?
FINKE: Für den SC Paderborn 07 sind die Spiele mit Arminia Bielefeld schon deshalb etwas Besonderes, weil wir in diesem Heimspiel ein volles Stadion haben. Aber auch der etwas weitere Blick führt zu positiven Erkenntnissen: Fußball in der 2. Bundesliga ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. Mit einer doppelten Präsenz steht Ostwestfalen-Lippe deutschlandweit gut da.

Was würde OWL fehlen, wenn es die sportliche Konkurrenz zwischen den beiden Vereinen nicht mehr geben würde?
FINKE: Die beiden Vergleiche mit Arminia geben uns die Gelegenheit, die Region von der Leistungsfähigkeit des SC Paderborn 07 zu überzeugen. Für unsere Fans und die Fußballinteressierten in Paderborn und Umgebung sind es Spiele mit besonderem Stellenwert. Aber egal in welcher Liga die beiden Vereine spielen, die sportliche Konkurrenz bleibt immer bestehen.

Was, glauben Sie, ist für einen Verein in der Lage Arminias derzeit das Wichtigste, wenn er den Klassenerhalt schaffen will?
FINKE: Die Arminia muss den schwierigen Spagat zwischen sportlichem Erfolg und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit schaffen. Hier sind die Voraussetzungen in Bielefeld auf Grund der Tradition des Clubs und der Größe der Stadt besser als in Paderborn. Aber dennoch muss man wenig Fehler machen, wenn man in der 2. Bundesliga bestehen will. Die Verantwortlichen müssen jetzt eng zusammenstehen.

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