Di Gregorio und Demme stärken Arminias Mittelfeld

Doppel-Sechs "auf italienische Art"

VON JÖRG FRITZ
Baldo di Gregorio (l.) und Diego Demme stärken sich in der Türkei mit heimatlichen Getränken. - © FOTO: RUDOLF
Baldo di Gregorio (l.) und Diego Demme stärken sich in der Türkei mit heimatlichen Getränken. | © FOTO: RUDOLF
Arminia: 

Di Gregorio und Demme überzeugen als Duo - © ARMINIA
Arminia:
Di Gregorio und Demme überzeugen als Duo | © ARMINIA

Belek. Die Verbindungen zum Süden Europas werden schon in ihren Namen deutlich. Baldassare di Gregorio – italienischer geht’s kaum noch. Sowie Diego Demme – zumindest der Vorname verrät südländische Wurzeln. Arminia Bielefelds defensive Mittelfeldspieler Di Gregorio (27) und der 19 Jahre alte Demme sind in der Tat italienischer Abstammung, obgleich beide in Deutschland geboren wurden.

Demmes Vater ist Italiener, der bereits in der zweiten Generation in Deutschland lebt. Di Gregorios Eltern sind 1978 nach Deutschland gezogen. Im Aufgebot des Schlusslichtes der 2. Fußball-Bundesliga gehören die zwei zu den wenigen DSC-Akteuren, die eine durchaus zufriedenstellende persönliche Vorrundenbilanz ziehen dürfen. Vor allem der junge Demme erlebte einen Traum, "mit dessen Realisierung ich niemals gerechnet habe".

Christian Zieges Nachfolger als Trainer, Ewald Lienen, berief den Stammspieler der zweiten Mannschaft vor dem Fürth-Spiel zum Training der Profis. Demme, dessen Vater Enzo im rechten Mittelfeld des FC Gohfeld spielte, hinterließ bei Lienen einen derartig nachhaltigen Eindruck, dass er gegen Fürth prompt zu seinem ersten Profieinsatz kam und auch in den dann folgenden Spielen in Karlsruhe und gegen Aachen zur Startelf und stets zu den besten Arminen gehörte.

Maradona als Namensgeber

Die Ereignisse der vergangenen Wochen stuft der Youngster dennoch als sehr zwiespältig ein. "Persönlich bin sehr zufrieden. Fußball ist aber ein Mannschaftsport. In diesem Bereich lief es gar nicht gut", meint Diego Demme. Der Vater ist ein großer Fan des argentinischen Weltklassespielers Diego Maradona, so dass die Erklärung für den Vornamen seines Sohnes nachvollziehbar ist.

Der in Offenbach geborene Baldo di Gregorio feierte am 4. Spieltag beim 1:0-Sieg gegen den FC Ingolstadt seine Premiere im DSC-Dress. "Ein toller Einstand für mich, gleich nach einer Phase der Arbeitslosigkeit mit einem Sieg zu starten", meint di Gregorio, der sich auf Anhieb einen Stammplatz sowohl als Innenverteidiger und zuletzt als "Sechser" erkämpfte.

Di Gregorio lebt in Bielefeld in einer WG mit Mitspieler Manuel Bölstler, der ebenfalls im defensiven Mittelfeld zu Hause ist. Die beiden kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Rot-Weiß Ahlen, als sie ebenfalls im Abstiegskampf steckten. "Wir in Bielefeld sind aber mannschaftlich geschlossener und haben die besseren Einzelspieler", sagt di Gregorio, der in der Jugend zu den größten deutschen Talenten zählte und in Anspielung an Franz Beckenbauer als der künftige "Kaiser von Frankfurt" bezeichnet wurde. Diese alten Geschichten sind für ihn Schnee von gestern. "Andere begabte Nachwuchsspieler sind spurlos verschwunden. Ich spiele wenigstens noch in der 2. Liga."

Latte Macchiato zum Frühstück

Und dort soll es auch in der nächsten Saison mit Arminia weitergehen, versprechen die beiden DSC-Italiener. Zumindest bei di Gregorio bestimmt italienisches Lebensgefühl bereits den Morgen. "Viele Leute rauchen nach dem Aufstehen gleich eine Zigarette. Ich brauche meinen Latte Macchiato." Diego Demme wählt lieber die britische Variante: "Eine Tasse Tee muss es bei mir sein, um wach zu werden."

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