Bielefeld Neue DSC-Tochter soll Stadion übernehmen

Empfehlung aller Arminia-Gremien an die Mitglieder

VON LOTHAR SCHMALEN
Neue Arminia-Tochter soll Stadion übernehmen - © ARMINIA
Neue Arminia-Tochter soll Stadion übernehmen | © ARMINIA

Bielefeld. Ungeachtet der sportlichen Talfahrt gehen die Bemühungen, den DSC Arminia Bielefeld organisatorisch und finanziell wieder auf festen Boden zu stellen, weiter. Nach zuverlässigen Informationen der NW-Lokalredaktion haben sich inzwischen Präsidium und Verwaltungsrat des Vereins sowie der Aufsichtsrat der Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA (die Profiabteilung des Vereins) dafür ausgesprochen, die Schüco-Arena in eine neue Stadiongesellschaft zu übertragen. Die letzte Entscheidung darüber trifft am 13. Januar die Arminia-Mitgliederversammlung.

Nachdem Präsidium, Verwaltungsrat und Geschäftsführung des DSC sich am 3. November noch nicht entscheiden konnten, ob sie eine Ausgliederung des Stadions an die KGaA oder an eine neue Stadiongesellschaft empfehlen sollen, ist das Meinungsbild inzwischen einhellig. Zunächst sollen 100 Prozent der Anteile an der neuen Stadiongesellschaft beim bisherigen Stadion-Eigentümer, dem Verein Arminia Bielefeld, liegen. Offenbar hoffen die Verantwortlichen aber, dass sie schnell weitere Gesellschafter für die neue Firma gewinnen können. Denkbar seien, so die NW-Informationen, Sponsoren, die bislang schon Geld für Arminia bereitstellen. Aber auch Fans sollen sich an der Stadiongesellschaft beteiligen können. Ob dabei auch der Verein "Fußball ist Fansache", dessen Vorsitzender der neue Arminia-Verwaltungsratschef Alexander Geilhaupt ist, eine Rolle spielen könnte, ist noch unklar. Als Geschäftsführer der Stadiongesellschaft ist DSC-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier im Gespräch. Er könnte später, wenn weitere Gesellschafter gewonnen sind, einen zweiten, ehrenamtlichen Geschäftsführer zur Seite gestellt bekommen.

Die Schüco-Arena, bislang Eigentum des Vereins Arminia, könnte bald in den Besitz einer Stadiongesellschaft übergehen.
Die Schüco-Arena, bislang Eigentum des Vereins Arminia, könnte bald in den Besitz einer Stadiongesellschaft übergehen.

Vorbereitet wurde die Stadion-Entscheidung von einer "Task Force Stadion", in der der Schatzmeister des Vereins (zunächst Andreas Mamerow, jetzt dessen Nachfolger Andreas Erdmann), die Aufsichtsratsmitglieder David Frink (Gerry Weber AG) und Thomas Lauritzen (Schüco International), DSC-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier und DSC-Prokurist Peter Beißmann sitzen. Beraten wird sie von Experten der Bielefelder OWL Treuhand.

Die Task Force hatte sich zunächst dafür ausgesprochen, das Stadion an die KGaA zu geben. Inzwischen hat es aber auch hier ein Umdenken gegeben, nicht nur weil die Gründung einer neuen Gesellschaft leichte steuerliche Vorteile ergebe, sondern vor allem wegen der Klarheit der Strukturen. Alle Schulden, die auf dem Stadion liegen (rund 21 Millionen Euro, bislang teilweise beim Verein, teilweise bei der KGaA angesiedelt) und auch die Fan-Anleihe für das Stadion könnten in der neuen Gesellschaft gebündelt werden. Mit dem Hauptkreditgeber, der Sparkasse, sollen die Verhandlungen bereits soweit gediehen sein, dass, sobald die neue Gesellschaft gegründet ist, neue, günstigere Kreditverträge abgeschlossen werden könnten. Dabei soll die Laufzeit der Kredite von zehn auf 20 Jahre verlängert werden und außerdem der Zinssatz dem aktuellen, günstigeren Niveau angepasst werden. Zur Finanzierung der Kredite könnte die neue Gesellschaft die Pachteinnahmen, die sie von der KGaA, also der Profi-Abteilung, kassieren würde, verwenden. Zuletzt, also in der vergangenen Saison, hatte die KGaA insgesamt 2,8 Millionen Euro Pacht bezahlt. Zurzeit zahlt die KGaA keine Pacht, weil sie seit der Stundung der Kredite (noch bis Mitte 2011) ausgesetzt ist.

Einzelheiten der neuen Arminia-Struktur will die Vereinsspitze den Fans und Mitglieder in zwei Versammlungen am 8. und am 15. Dezember erläutern, bevor die Mitglieder am 13. Januar endgültig entscheiden. Erforderlich wird dann eine 75-prozentige Mehrheit sein.
     

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