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BIELEFELD Arminia: "Wir sind die Geschädigten"

Reaktionen auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft beim DSC

VON ALEXANDRA BUCK
20.09.2010 | Stand 20.09.2010, 18:33 Uhr
Brinkmann kooperiert mit Staatsanwalt - © ARMINIA 1
Brinkmann kooperiert mit Staatsanwalt | © ARMINIA 1

Bielefeld. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat Arminias Geschäftsstelle auf den Kopf gestellt und Aktenordner mitgenommen. Wie am Samstag bekannt wurde, wird gegen die Verantwortlichen für die Bauplanung der Osttribüne wegen Untreue ermittelt – natürlich das Thema auf der Tribüne beim Spiel gegen Ingolstadt.

Es habe sich im Vorfeld angedeutet, dass die Staatsanwaltschaft nicht untätig bleibt, lässt Arminias Pressesprecher Marcus Uhlig vernehmen. Der DSC werde "maximal" mit der Anklagebehörde zusammenarbeiten, "der DSC Arminia Bielefeld ist schließlich in diesem Fall geschädigt". Die Geschäftsstelle sei angewiesen, vollständig zu kooperieren. Wichtig ist Uhlig, zu vermitteln, "dass weder Verein noch aktuelle Mitarbeiter betroffen sind".

Auch Vizepräsident Wilfried Lütkemeier zeigt sich aufgeschlossen: "Ich bin froh, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Es ist absolut gut und richtig, dass ermittelt wird, so können wir hoffentlich bald einen Schlussstrich unter die ganze Geschichte ziehen." Laut Lütkemeier besteht die Möglichkeit, dass für den Verein am Ende sogar Geld herausspringt. "Jedes große Unternehmen, jeder große Verein schließt eine Vermögensversicherung ab. So auch wir. Sollte in dem aktuellen Fall herauskommen, dass wir geschädigt wurden, wird die Versicherung zahlen." Die Frage sei jetzt nur, wie man juristisch nachweisen soll, dass ein Vermögensschaden entstanden ist. "Wir haben gezahlt – und für das Geld haben wir diese schöne Tribüne bekommen", sagt Lütkemeier.

Brinkmanns Rolle

Auch Arminias Präsident ist froh, dass der Fall "überteuertes Stadion" aufgerollt wird: "Wir begrüßen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft sehr." Als der Bau der neuen Osttribüne in Planung war, saß Brinkmann noch im Arminia-Aufsichtsrat. Und da hat er nicht gemerkt, dass da was aus dem Ruder läuft? "Für das Stadion war seinerzeit das Präsidium zuständig", sagt Wolfgang Brinkmann, und weiter: "Natürlich haben wir uns regelmäßig berichten lassen und hatten nichts zu beanstanden."

DSC-Präsident Wolfgang Brinkmann hat die Arminia-Geschäftsstelle angewiesen, zu kooperieren.
DSC-Präsident Wolfgang Brinkmann hat die Arminia-Geschäftsstelle angewiesen, zu kooperieren.

DSC-Fan Markus Platzkowski glaubt, dass aktuelle Mitarbeiter eben doch an den Pranger gehören: "Herr Schwick und Herr Kentsch haben das niemals alleine verbockt. Das wäre zu einfach."

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