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Heidi macht’s allen Arminen recht(s)

Treffer des Linksaußen sichert 1:0-Heimsieg über den FC Ingolstadt

VON RAINER KLUSMEYER
20.09.2010 | Stand 19.09.2010, 18:34 Uhr
Heidi stürmt die Alm - © ARMINIA 2
Heidi stürmt die Alm | © ARMINIA 2

Bielefeld. Irgendwann, das war ja zu erwarten, würde die Geschichte der Johanna Spyri eine Neuauflage erleben. 130 Jahre hat’s gedauert. Dann sorgte Arminias Heidi dafür, dass auf der Alm mal wieder gute Laune herrschte. Wie einst in den Büchern der Schweizer Autorin. Spyris Heidi hieß eigentlich Adelheid, die Bielefelder Heidi Sebastian Heidinger, und seit Jugendzeiten muss der heute 24-Jährige damit leben, so gerufen zu werden. Nur die Freundin macht eine Ausnahme und nennt ihn Basti.

In der 65. Minute der Zweitligapartie gegen den FC Ingolstadt spielte sich Heidinger in die Hauptrolle – und in die Herzen fast aller der 10.143 Zuschauer in der Schüco-Arena. "Ich hab’ den Ball mit links mitgenommen und ihn dann mit rechts reingeschossen", schilderte der Neuzugang von Fortuna Düsseldorf die Szene, die den Arminen den ersten Saisonsieg bescherte.

Vorlagengeber war Arne Feick, der erstmals nach seiner mehrmonatigen Verletzungspause wieder in der Anfangsformation stand. Das wie selbstverständlich wirkende Zusammenspiel vor dem 1:0 wunderte Torschützen und Vorbereiter wenig. "Ich habe gewusst, das Arne genau diesen Pass spielt – wir verstehen uns einfach", erklärte Heidinger das gute Verhältnis zu Feick, mit dem er auch bei Hotelaufenthalten das Zimmer teilt. Wahrscheinlich wird Heidi den Kumpel von der linken Seite sogar Peter nennen . . .

Sebastian Heidinger (l.) weiß, wie er das entscheidende Tore erzielt hat. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Sebastian Heidinger (l.) weiß, wie er das entscheidende Tore erzielt hat. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Natürlich herrschte auch bei der Bewertung des Spiels und den daraus resultierenden Konsequenzen Einigkeit beim Scorer-Duo: "Heute können wir erleichtert nach Hause gehen – und am Mittwoch wollen wir da weiter machen, wo wir heute aufgehört haben", sagte Feick. "Das war ein guter Anfang – und in Bochum können wir zum jetzigen Zeitpunkt auch etwas holen", pflichtete Heidinger bei.

Ziege lobt "gute Arbeit gegen den Ball"

Über die grundsätzliche Qualität des Duells der Kellerkinder ließen sich die Spieler nicht lange aus – "allein wichtig waren die drei Punkte", lautete die nicht nur von Feick und Heidinger verkündete allgemeingültige Mannschaftsmeinung.

Dem Bielefelder Cheftrainer hatte im Gegensatz zu den allermeisten Beobachtern sogar das größtenteils zerfahrene Spielgeschehen gefallen. "Wir haben all’ das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", schwärmte Christian Ziege. Ein Lob, das sich auf die "gute Arbeit gegen den Ball" bezog, auf die Bereitschaft, "Zweikämpfe anzunehmen" und das "gegenseitige Helfen".

Die nicht genannte Mängelliste wäre mindestens genauso lang gewesen. Denn – um in der (Roman-)Welt der Johanna Spyri zu bleiben: Über den Berg sind Heidi und seine Freunde durch den 1:0-Sieg noch lange nicht.

Arminia Bielefeld - FC Ingolstadt 04 1:0 (0:0)

Arminia Bielefeld: Eilhoff - Bölstler (85. Touré), di Gregorio, Bollmann, Feick - Fischer - Baykan, Abelski, Heidinger (79. Sako) - Neuville, Studtrucker (77. Kerr)
FC Ingolstadt 04: Kirschstein - Görlitz (68. Dedola), Pisot, Matip, Fink - Buchner, Metzelder, Keidel, Gerber (62. Zielinsky) - Futacs, Moritz Hartmann (77. Hofmann)

Tor: 1:0 Heidinger (65.)

Zuschauer: 10.143

Schiedsrichter: Seemann (Essen)

Rote Karten: Sako (90./Tätlichkeit)

Gelbe Karten: - / Futacs (3), Hofmann (1), Keidel (1)

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