Guela am Ende der böse Bube

Diddy macht ein gutes Spiel und fliegt in der 90. Minute vom Platz

VON CARSTEN BLUMENSTEIN
Guela am Ende

der böse Bube - © ARMINIA
Guela am Ende
der böse Bube | © ARMINIA

Bielefeld. Nach Spielschluss saß Franck Manga Guela, von allen nur Diddy gerufen, wie ein Häufchen Elend neben der Trainerbank – direkt am Abgang in Richtung Kabinentrakt. Zwei Minuten zuvor hatte der 24-jährige Ivorer seinen persönlichen Abgang: Wegen einer Tätlichkeit sah er die Rote Karte. Guela wusste, dass er seiner Mannschaft einen Bärendienst erwiesen hatte, denn gerade war seine Arminia drauf und dran, den letzten Anlauf zum möglichen 2:2 zu unternehmen.

Diddy Guela war aus Bielefelder Sicht der Mann des Spiels – positiv wie negativ. Nach der Pause war er zuerst der Antreiber im Mittelfeld, holte den Elfmeter raus und verwandelte ihn selbst eiskalt. Gegen Ende der zweiten Halbzeit rutschte Guela aber immer mehr in die Rolle des bösen Buben. Schiedsrichter Guido Winkmann verwarnte den Bielefelder wegen einer Schwalbe (78.) – und dann kam die Szene in der 90. Minute. Der Cottbuser Marco Kurth und Guela rangelten an der Mittellinie um den Ball – wegen eines Einwurfs. "Ich kritisiere ungern die Schiedsrichter, aber hier hätte man die Eskalation vermeiden können, wenn man von vornherein klar angezeigt hätte, wer den Einwurf zugesprochen bekommt", beschreibt DSC-Trainer Christian Ziege die Szene aus seiner Sicht.

Cottbuser Spieler begleiten den Abgang des Bielefelder Rotsünders Franck Manga Guela (2.v.l.) mit bösen Blicken und sicher auch weniger freundlichen Bemerkungen. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Cottbuser Spieler begleiten den Abgang des Bielefelder Rotsünders Franck Manga Guela (2.v.l.) mit bösen Blicken und sicher auch weniger freundlichen Bemerkungen. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

In der Tat: Schiedsrichter Winkmann und sein Assistent Dirk Margenberg konnten sich nicht richtig entscheiden, Diddy Guela nahm das zum Anlass, sich den Ball durch einen Ellenbogenstoß gegen Kurth anzueignen. "Der Platzverweis geht in Ordnung, der Spieler macht sich die meisten Vorwürfe", erklärte Ziege. "Dabei hat Diddy bis dahin eine richtig gute Partie gezeigt."

"So was darf nicht passieren, passiert aber immer wieder", sagte Guelas Mannschaftskollege Oliver Neuville zur roten Karte. DSC-Linksverteidiger Markus Schuler hatte ebenfalls ein klares Rot gesehen, erinnerte aber auch an Diddys gute Partie: "Auf der linken Seite hat er unheimlich viel getan, auf der rechten Seite konnte er in der ersten Halbzeit nicht immer seine Stärken ausnutzen", erklärte Schuler. "Wenn er nach innen zieht, kann er gerne mal öfters abziehen."

Nur kurzzeitig umstritten war die Elfmeterszene von Guela. Viele Cottbuser hatten das Foul von Adam Straith knapp außerhalb des Strafraums gesehen, doch Referee Winkmann lag mit dem Elferpfiff richtig. "Der Strafstoß war berechtigt", sagte auch Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz.

Neben dem Scorerpunkt fügte Diddy seiner persönlichen Statistik noch ein Tor zu, am Ende des Spiels hatte seine Bilanz etwas zu viel Farbe bekommen. Bitter für Guela: Er hatte sich gerade ins Team gespielt, jetzt wird erst einmal für mindestens ein Spiel gesperrt sein.

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