Im Übereifer geht bei Arminia viel daneben

Nach 1:2-Heimpleite gegen Energie Cottbus schon früh mit dem Rücken zur Wand

VON RAINER KLUSMEYER
Im Übereifer

geht bei Arminia

viel daneben - © ARMINIA
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Bielefeld. Die Suche nach dem Positiven führt zu diversen Funden: Der DSC Arminia hat zum zweiten Mal hintereinander eine zweite Halbzeit 1:0 gewonnen, ist tabellarisch immer noch die Nummer 1 in Ostwestfalen, belegt zudem weiter einen Nichtabstiegsplatz in der Zweiten Liga. So weit, so gut. Etwas schlechter aber: Nach dem 1:2 (0:2) gegen Energie Cottbus warten die Bielefelder nach wie vor auf ihren ersten Pluspunkt in der neuen Fußballsaison.

In der wird es einzig und allein darum gehen, irgendwie die Klassenzugehörigkeit zu sichern. Mit einer Mannschaft, deren Mischung aus verunsichert wirkenden Routiniers und leistungswilligen, aber überhasteten Youngstern auch gegen Cottbus an natürliche Grenzen stieß.

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Christian Ziege, als Trainer zu optimistischer Grundeinstellung verpflichtet, befand dennoch: "Darauf lässt sich aufbauen." Sehr gut habe sein Team in den ersten 35 Minuten den Gegner kontrolliert. "Beeindruckend" sei es gewesen, wie die Mannschaft "zurückgekommen und an sich geglaubt habe" trotz eines 0:2-Pausenrückstandes. Schade sei es daher, dass "wir zum zweitenMal hintereinander nicht belohnt worden sind".

Oliver Neuville (l.) und Rüdiger Kauf verpassen gegen Thorsten Kirschbaum eine weitere Chance. - © FOTO: WOLFGANG RUDOLF
Oliver Neuville (l.) und Rüdiger Kauf verpassen gegen Thorsten Kirschbaum eine weitere Chance. | © FOTO: WOLFGANG RUDOLF

Ziege spielte damit auf die vorhergehende Partie beim FSV Frankfurt an, die einen zumindest vom Ergebnis fast identischen Verlauf genommen hatte wie diese vermeidbare Heimniederlage vor immerhin 11.453 Zuschauern. Der Unterschied: Diesmal fand die Arminia von Anpfiff an statt. Alon Abelski, mutigster Mann im Mittelfeld, schoss nach nur 66 Sekunden über das Tor, Oliver Neuville wurde von Adam Straith (4.) abgeblockt - Halbchancen, mehr nicht, immerhin aber geeignet, das Publikum zu noch mehr Unterstützung zu animieren.

Zählbares aber konnte kaum herausspringen, da zu oft im Übereifer gegen ein paar elementare Regeln des Fußballsports verstoßen wurde. Mal wurde im erfolgversprechenden Angriff der besser mitlaufende Nebenspieler übersehen (Sebastian Heidinger). Dann unterbrach eine Abseitsstellung (Oliver Neville) den Spielfluss.

Die offensiven Mängel wären weniger stark ins Gewicht gefallen, hätte die Abwehr wenigstens das zu Null in die Pause gebracht. Doch dazu war erstens Energie beim 0:1 von Nils Petersen (Ziege: "Da hat Cottbus gezeigt, wie gut es Fußball spielen kann") zu stark. Vor allem aber waren die hinteren DSC-Reihen zu wackelig. Einer von unzähligen Querschlägern Nils Fischers, eine Halbzeit lang ein wandelndes Sicherheitsrisiko, leitete das 0:2 von Marco Kurth ein, dessen 25-Meter-Schuss Arminia-Keeper Dennis Eilhoff gerne auch hätte halten dürfen.

Der Doppelschlag hinterließ Wirkung. Da die Gäste aber vergaßen, "den Sack zwischen der 46. und 60. Minute zuzumachen" (Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz), bekam Bielefeld seine zweite Chance. Franck Manga Guela, Sebastian Heidinger, Alon Abelski, Rüdiger Kauf, sie alle hatten den Anschlusstreffer auf dem Fuß. Erst bei einem Elfmeter (Guela verwandelte, nachdem er selbst von Adam Straith gefoult worden war) lag der Ball in der 69. Minute tatsächlich im Tornetz hinter Thorsten Kirschbaum.

Die Bemühungen, wenigstens noch einen Zähler zu retten, verpufften endgültig, als Torschütze Guela sich in der Schlussminute zu einer Tätlichkeit gegen Marco Kurth hinreißen ließ und berechtigt die Rote Karte sah. Ein nächster Tiefschlag, den es zu verdauen gilt vor der Länderspielpause. Ziege gibt sich bockig und sagt: "Dann gewinnen wir halt in Berlin."

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