Kalte Dusche und Donnerwetter

ARMINIA: Trainer Ziege wird in der Halbzeit lauter als gewohnt

VON JÖRG FRITZ
Markus Bollmann (r.) und Markus Schuler kamen gegen Frankfurt erst viel zu spät richtig in Tritt. Nur in der Schlussphase war die gesamte Teamleistung einigermaßen akzeptabel. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Markus Bollmann (r.) und Markus Schuler kamen gegen Frankfurt erst viel zu spät richtig in Tritt. Nur in der Schlussphase war die gesamte Teamleistung einigermaßen akzeptabel. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Kalte Dusche und 

ein Donnerwetter - © ARMINIA
Kalte Dusche und
ein Donnerwetter | © ARMINIA

Frankfurt. Arminias Trainergespann um Chefcoach Christian Ziege und seine beiden Mitstreiter Mario Himsl und Ralf Santelli rieb sich verwundert die Augen. "Das ist doch nicht die Arminia, die sich in den letzten Wochen präsentiert hat", schimpfte Ziege am Rande der Bande.

"Nach zehn Minuten hätte ich alle elf Spieler auswechseln können", meinte der Bielefelder Fußballlehrer. "Wir haben die ersten 45 Minuten komplett verschlafen. Wir sind wie die Hasen rumgelaufen – völlig kopflos", war Ziege außer sich vor Ärger, dass die einfachsten Dinge nicht funktionierten. "Es wurde nicht gekämpft, geschweige denn Fußball gespielt."

Auch der Mannschaftskapitän redete Tacheles. "Der Gegner hat uns laufen lassen", analysierte Rüdiger Kauf. Torhüter Dennis Eilhoff, bester Armine in Frankfurt, schüttelte ebenfalls den Kopf. "In dieser Phase haben wir nicht das umgesetzt, was wir uns eigentlich vorgenommen hatten."

Donnerwetter war nötig

Es folgte in der Pause ein gehöriges Donnerwetter des Trainers. "Diese Ansprache war auch nötig", meinte Kauf. "In der zweiten Halbzeit konnte man ansatzweise erkennen, zu welcher Leistung unsere junge Mannschaft in der Lage ist."

Dass Arminia nach einem langen Tiefschlaf tatsächlich noch erwachte, lag letztlich auch an den Frankfurtern, die mit zunehmender Spieldauer immer leichtsinniger und undisziplinierter auftraten.

"Die zweite Halbzeit hat mich sehr verärgert", schimpfte FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen. "Unser Spiel fand gar nicht mehr statt. Es herrschte Stillstand. Letztlich war ich froh, dass wir die drei Punkte behalten haben."

Powerplay nicht rechtzeitig genug

Nach Ansicht von Dennis Eilhoff war Arminia dem Ausgleich sehr nahe, "wenn der Schiedsrichter fünf Minuten später abgepfiffen hätte. Unser Powerplay begann nicht rechtzeitig genug." Christian Ziege verteidigte seine Personalpolitik, mit jungen Leuten in Frankfurt aufgelaufen zu sein. "Das ist doch der einzige Weg, den wir gehen müssen. Ich bin mit ihnen zufrieden. Vor allem mit Ensar Baykan."

FSV Frankfurt - Arminia Bielefeld 2:1 (2:0)

FSV Frankfurt: Klandt - Christian Müller (58. Hickl), Schlicke, Heitmeier (76. Gledson), Dahlén - Cinaz - Sven Müller, Wunderlich, Gjasula, Mölders - Cidimar (88. Bouhaddouz).

Arminia Bielefeld: Eilhoff - Lense, Fischer, Bollmann, Schuler - Kauf, Bölstler - Quaner (58. Guela), Abelski (46. Heidinger), Baykan (69. Mustafi) - Neuville.

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 3.807

Tore: 1:0 Gjasula (11.), 2:0 Cidimar (23.), 2:1 Fischer (72.)

Gelbe Karten: Dahlén (1), Hickl (1) / Bollmann (1)

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