Bielefeld gibt nur 500.000 Euro für Arminia

Entscheidung im Stadtrat / Präsidentschaftskandidat Brinkmann enttäuscht

Gespannt verfolgten die Arminen-Fans die Debatte im Rathaus. - © FOTO: NW
Gespannt verfolgten die Arminen-Fans die Debatte im Rathaus. | © FOTO: NW
Stadt gibt nur 500.000 Euro für Arminia - © ARMINIA
Stadt gibt nur 500.000 Euro für Arminia | © ARMINIA

Bielefeld (ton/red/brm/los). Der Rat der Stadt Bielefeld hat am Freitagabend dafür gestimmt, dem Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld ein Darlehen von 500.000 Euro zu geben. Das Gremium lehnte kurz vorher aber den Vorschlag ab, dem Verein 1,85 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Für die Summe von einer halben Million Euro stimmten alle Parteien mit Ausnahme der Linken und der SPD. Die Linken stimmten dagegen und die SPD enthielt sich. Die SPD war zuvor mit ihrem Antrag gescheitert, Arminia Bielefeld ein Darlehen von 1,85 Millionen Euro zu geben. 19 Abgeordnete hatten dafür gestimmt, 41 dagegen. Die SPD-Fraktion im Bielefelder Rat verfügt über 19 Sitze.

Der Rat verknüpfte die Zusage über 500.000 Euro jedoch mit einer Bedingung: Linke, Bürgernähe und CDU beschlossen, dass Wolfgang Brinkmann sein Amt als Arminia-Präsident entweder nicht antreten darf oder als Geschäftsführer der Stadtwerke zurücktreten müsse. Eine Funktion im Verein und eine gleichzeitige Position bei einem städtischen Tochterunternehmen seien so nicht zu vereinbaren.

Brinkmann geknickt

Wolfgang Brinkmann wirkte nach der Ratsentscheidung geknickt: "Symbole reichen nicht aus, um Arminia zu retten. Ich bin auch nicht sicher, ob bislang zugesagten Gelder aus der Wirtschaft noch stehen. Die Wirtschaft hatte ein anderes Zeichen der Stadt erwartet. Aber wir werden jetzt alles versuchen."

Brinkmann glaubt, dass es sehr schwer wird, die zur Rettung benötigten Millionen aufzutreiben. Direkt nach der Ratssitzung traf sich Wolfgang Brinkmann mit den Arminia-Bossen, um über die neue Situation beraten. Im Interview mit Radio Bielefeld zeigte sich Schüco-Sprecher Thomas Lauritzen erschüttert über das Votum des Stadtrates: "Ich bin fassungslos, dass sich die Stadt nicht zu Arminia bekannt hat."

Eine Überraschung hatte es zu Beginn der Sitzung gegeben. Nachdem das Land NRW sich bereit erklärt hatte, eine Summe von zwei Millionen Euro zu stunden, benötigte Arminia nur noch 2,85 Millionen von der Stadt. Oberbürgermeister Pit Clausen hatte die Spitzen der Ratsfraktionen über die neue Entwicklung informiert. Hinter verschlossenen Türen berieten die Politiker die neue Situation. Den ganzen Tag über hatten sich führende Vertreter von Arminia Bielefeld und Oberbürgermeister Clausen um eine Lösung für den vor der Insolvenz stehenden Profiklub bemüht.

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