Kontrahenten seit mehr als 20 Jahren

Strippenzieher Wolfgang Brinkmann und Rainer Lux

VON ARNO LEY

Bielefeld. Sie sind die beiden maßgeblichen Strategen ihrer Partei. Wolfgang Brinkmann und Rainer Lux. In Konkurrenz vereint. Zwei durchsetzungsfreudige Politiker, die seit mehr als 20 Jahren die Geschicke der Stadt beeinflussen. In der Auseinandersetzung um den Darlehensantrag für die Arminia treffen die beiden Fußballfreunde erneut aufeinander. Brinkmann als designierter Präsident des Vereins, Lux als Vorsitzender der größten Fraktion im Stadtrat. Beide seit vielen Jahren Mitglieder des DSC.

Wolfgang Brinkmann ist Sozialdemokrat seit 40 Jahren. Der 65-Jährige war Ratsmitglied, einige Jahre auch Fraktionsvorsitzender und dabei zeitweilig unmittelbarer Gegner von Rainer Lux. Der 59-jährige Kriminalbeamte gehört der CDU schon seit 41 Jahren an, ist Ratsmitglied und seit 1992 Fraktionsvorsitzender der Christdemokraten.
 
1994 trafen die beiden bei der Kommunalwahl im selben Wahlkreis aufeinander. In Ummeln siegte Brinkmann mit deutlichem Vorsprung. Späte Genugtuung für eine Karrierebremse, an der die CDU unter Leitung von Lux maßgeblichen Anteil trägt. 1992 ließ der damalige Bankdirektor Brinkmann durchsickern, dass er gerne Stadtkämmerer in Bielefeld werden würde. Die CDU, Lux an der Spitze, wollte kein Ratsmitglied in die Verwaltungsspitze wählen.

1995 setzte sich Brinkmann gegen 103 andere Bewerber durch und wurde Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld. Vorher saß er als SPD-Mitglied in deren Aufsichtsrat. Die CDU-Vertreter stimmten gegen Brinkmanns Berufung. Lux war damals Vertreter des Gesellschafters Stadt Bielefeld – ohne Stimmrecht.
 
Im Streit um einen Verkauf der Stadtwerke und auch den inzwischen besprochenen Rückkauf der Anteile – Brinkmann und Lux gehören zu den einflussreichsten Strippenziehern – fast immer als Gegner. Vor einem Jahr führten beide Regie im Kommunalwahlkampf, Brinkmann konnte als Schatzmeister der SPD seinen Oberbürgermeisterkandidaten Pit Clausen durchsetzen, Lux als CDU-Fraktions-Chef und damals noch Landtagsabgeordneter scheiterte mit seinem Bewerber Bernd Landgraf.
 
Das Debakel um das Arminia-Darlehen ist die erste großen Niederlage für Clausen. In Zukunft dürften sich Brinkmann und Lux auf den Ehrenplätzen des Vereins kaum mehr begegnen.

Copyright © Neue Westfälische 2019
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group