KOMMENTAR Arminia: Warten auf ein Wunder

Nach der Beratung im Hauptausschuss

VON LOTHAR SCHMALEN

Schwarzer Tag für den Bielefelder Sport: Die Hoffnung der Arminen und mit ihnen tausender von Fußballfans, dass die Stadt den DSC doch noch rettet, hat sich zerschlagen. Wenn nicht noch ein Wunder passiert und irgendein edler Ritter plötzlich fünf Millionen Euro auf den Tisch legt, geht am 2. Juni, wenn die DFL endgültig über die Lizenz für Arminia befindet, die 105-jährige Geschichte der einst stolzen Arminia zu Ende.

Offenbar konnten die Befürworter in der Stadtverwaltung und die DSC-Verantwortlichen um Aufsichtsrats-Chef Norbert Leopoldseder die Gegner der Finanzhilfe in den Neinsager-Fraktionen nicht überzeugen. Im Rathaus müssen die Verantwortlichen sich fragen lassen, ob sie wirklich alles getan haben, um das Desaster zu verhindern. Die mehr als dürftige Verwaltungsvorlage für die Politiker jedenfalls war keine Hilfe für Arminia. Festzuhalten bleibt auch, dass in Detmold eine (Noch-)Regierungspräsidentin sitzt, die nicht einmal in der Lage war, zur Frage der Zulässigkeit eines Kredits für Armina ja oder nein zu sagen.

Wie ein Lauffeuer sprach sich die Nachricht vom Nein zur Finanzhilfe gestern in der Stadt herum. Schon jetzt ist klar: diese Entscheidung wird die Bielefelder entzweien. Unter dem Strich bleibt: In Bielefeld wird es über Jahre keinen Spitzenfußball mehr geben, die Stadt ist ein Stück ärmer geworden, wenn, ja wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht.

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