UPDATE Schnitzmeier soll Arminias Finanzen sanieren

Ziege neuer Trainer und Sportchef

VON CARSTEN BLUMENSTEIN
Schnitzmeier soll Arminia sanieren - © ARMINIA 2
Schnitzmeier soll Arminia sanieren | © ARMINIA 2

Bielefeld. Der ehemalige Nationalspieler Christian Ziege soll Mittwoch um 15 Uhr als neuer Trainer und Sportchef bei Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld vorgestellt werden. Der 38-Jährige, der von 2006 bis Ende 2008 bei Borussia Mönchengladbach als Jugendtrainer, Sportdirektor und Co-Trainer gearbeitet hat, war Dienstag zu abschließenden Verhandlungen in Bielefeld.

Als kaufmännischer Geschäftsführer ist Ralf Schnitzmeier beim DSC erster Kandidat. Er soll Nachfolger des Anfang des Monats verabschiedeten Heinz Anders werden. Der 44-jährige Diplom-Kaufmann aus Steinheim war zuvor bei der Unternehmensberatung Unity und von 2003 bis 2008 Geschäftsführer der AWD-Arena beim Bundesligisten Hannover 96. Davor war Schnitzmeier Geschäftsführer beim Sportrechtsvermarkter Sportfive. Beide Personalentscheidungen mussten Dienstagabend vom Aufsichtsrat abgesegnet werden.

Ralf Schnitzmeier (r.) und Christian Ziege sollen Arminia führen.
Ralf Schnitzmeier (r.) und Christian Ziege sollen Arminia führen.

Bleibt zu hoffen, dass die Amtszeit der beiden Neuen in den nächsten Tagen nicht bereits wieder zu Ende geht. Denn personell scheint der Verein auf einem guten Weg, doch finanziell muss weiter an allen Fronten gearbeitet werden. Am Freitag entscheidet der Bielefelder Stadtrat, ob der DSC mit einem Darlehen von 4,85 Millionen Euro unterstützt wird.

Hat der Verein einen Plan B?

In der Bielefelder SPD-Ratsfraktion hat es am Dienstagabend eine überwältige Zustimmung für einen städtischen Kredit gegeben. Alle anderen politischen Gruppierungen haben sich bisher zurückhaltend bis ablehnend geäußert. Was passiert bei einem Veto mit dem DSC? Hat der Verein einen Plan B? Zwei Fragen, die momentan kein Vereinsvertreter beantworten möchte – oder kann.

Bis zum 2. Juni muss Arminia eine Deckungslücke von insgesamt 10,2 Millionen Euro schließen, um die Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison zu bekommen. Gelingt dies nicht, droht die Insolvenz. Sollte der DSC diese beantragen müssen, ist die Liga für die erste Mannschaft in der Spielzeit 2010/11 vollkommen offen.

"Wird die Insolvenz eröffnet und es muss ein neuer Verein gegründet werden, fängt der normalerweise ganz unten wieder an", erklärt Markus Stenger vom DFB. Der zuständige Landesverband könne den neuen Klub unter Umständen aber auch einige Klassen höher eingruppieren. Das einfache Beantragen der Insolvenz führe in erster Linie dazu, dass der jeweilige Verein als Absteiger feststehe, die neue Ligazugehörigkeit sei aber völlig offen. Für die 3. Liga und die Regionalliga sei noch eine Nachzulassung möglich, so Stenger.

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