Im Abschluss hapert’s bei Arminia

Bielefelder beim 0:3 in Berlin über weite Strecken das spielbestimmende Team

Arminia ohne Abschluss





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Arminia ohne Abschluss




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Berlin. Trotz einer offenkundig heftigen 0:3-Niederlage im Nacken ließ Arminia Bielefelds Trainer Frank Eulberg sich nicht beirren: "Wir wollten Charakter zeigen und nicht zusammenbrechen. Das hat die Mannschaft getan." Bis zum Schluss sei sie bei Union Berlin auf das Tor gegangen – was so auch stimmte. Allein, derzeit hat sich offenbar alles gegen die Arminia verschworen.

"Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Wir sind besser, kassieren ein frühes Gegentor und nutzen unsere Chancen dann einfach nicht", meinte der genervte Oliver Kirch, dessen Zukunft sich "in der nächsten Woche" entscheiden soll. Dabei war doch ein Bielefelder Maskottchen mit dabei. Im Vorwort der Union-Vereinszeitschrift mit dem überraschenden Namen "1. FC Union Berlin" hatte Philipp Köster, Arminen-Fankolumnist dieser Zeitung und Chefredakteur der 11Freunde, vollmundig einen "ungefährdeten und auch in dieser Höhe verdienten 1:0-Auswärtserfolg" für seine Arminia proklamiert.

Giovanni Federico kommt in der Berliner Luft zwar vor zwei eisernen Gegenspielern an den Ball, doch Zählbares springt auch in dieser Szene nicht heraus. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Giovanni Federico kommt in der Berliner Luft zwar vor zwei eisernen Gegenspielern an den Ball, doch Zählbares springt auch in dieser Szene nicht heraus. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

Doch sein Wunschergebnis war schon in der 16. Minute nicht mehr möglich. Nach einigen Unsicherheiten in der Viererkette der Bielefelder stand Blondschopf Björn Brunnemann zu frei, als dass er noch das Tor hätte verfehlen können. 1:0 für Union, die Stimmung im heimeligen Stadion An der Alten Försterei war ab sofort prächtig.

Kerr fehlten ein paar Zentimeter

Die Arminen brauchten ein paar Minuten, um sich wieder aufzustellen, präsentierten sich dann immerhin als technisch und spielerisch reifere Mannschaft. Gefährlich wurde es regelmäßig, wenn die Außenverteidiger Markus Schuler und Michael Lamey hinter die Union-Viererkette kamen und flankten – nur Zählbares blieb aus. Kevin Kerr fehlten ein paar Zentimeter an Körpergröße und Präzision, um zum Ausgleich zu kommen (18.), Giovanni Federico machte es zehn Minuten später – ebenfalls per Kopf – deutlich besser und traf. Schiedsrichter Florian Meyer erkannte allerdings auf Abseits. Arminia war besser, spielte aber nicht zwingend genug.

Das dritte Tor des Spiels erzielte Berlins Karim Benyamina. Allerdings irregulär, da Arminias Torhüter Patrick Platins zuvor angegangen worden war (52.). Tor Nummer vier zählte zur Abwechslung mal wieder. Es war ja auch eines von Björn Brunnemann. Der zog nach einem zögerlichen Einsatz von Markus Bollmann beherzt durch und vollendete aus zehn Meter von halbrechts lang hoch (58.). "Brunnemann hat es vorgemacht, wie man konsequent auf den Torabschluss geht. Die Entschlossenheit hatten wir heute nicht", meinte Eulberg.

Mit dem 2:0 hatten sich die Eisernen in die vorzügliche Position manövriert, den Arminen die Arbeit des Spielaufbaus überlassen zu können und selbst auf Konter zu warten. Bielefeld mühte sich also redlich, doch auch Daniel Halfar schaffte das Ehrentor nicht. Vier Versuche aus aussichtsreichsten Situationen reichten dem zuvor für Chris Katongo eingewechselten Mittelfeldspieler von der 83. bis zur 90. Minute nicht. Und da die Gesetze des Fußballs auch in Berlin gelten, gab es in der letzten Minute noch den Nachschlag durch das 3:0 per direktem Freistoß vom Ex-Paderborner Hüzeyfe Dogan. "Das der auch noch reingeht, war klar", meinte Eulberg.

Jetzt hofft der Coach, "auch in der nächsten Saison noch hierherfahren zu dürfen". Schließlich steht der Klassenerhalt von Union nun fest.

Union Berlin - Arminia Bielefeld 3:0 (1:0)

Berlin: Glinker - Bemben, Stuff, Rauw, Menz - Peitz, Younga-Mouhani - Brunnemann (70. Sahin), Mattuschka (78. Dogan), Ede - Benyamina (87. Mosquera)

Bielefeld: Platins - Lamey, Mijatovic, Bollmann, Schuler - Kauf (63. Risgard), Fischer - Kerr (63. Kirch), Federico, Guela - Katongo (81. Halfar)

Tore: 1:0 Brunnemann (16.), 2:0 Brunnemann (58.), 3:0 Dogan (90.+1)

Zuschauer: 17.024

Schiedsrichter:
Florian Meyer (Burgdorf)

Gelbe Karten: Peitz (5/4), Menz (2) - Fischer (3)

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