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Der frühere Arminia-Aufsichtsrat Rainer Ludwig.
Der frühere Arminia-Aufsichtsrat Rainer Ludwig.
BIELEFELD

Kritische Fragen zu Arminia

Ex-Aufsichtsrat Rainer Ludwig meldet sich zu Wort

VON LOTHAR SCHMALEN
03.05.2010 | Stand 03.05.2010, 15:10 Uhr |

Bielefeld. Der frühere stellvertretende Vorsitzende des Arminia-Aufsichtsrats, Rainer Ludwig, hat den Zeitdruck kritisiert, in den die DSC-Verantwortlichen die Bielefelder Kommunalpolitiker bei ihrer Entscheidung über die Millionen-Hilfe der Stadt für den DSC gebracht haben. Gestern meldete sich der pensionierte frühere Erste Beigeordnete der Stadt, der auch Vorsitzender des Arminia-Verwaltungsrats war, mit "kritischen Fragen zu Arminia" zu Wort.

In seiner an die Zeitungsredaktionen geschickten Erklärung fragt Ludwig vor allem nach der Verantwortung der bisher Handelnden bei Arminia. "Was haben die Gremien über die Entwicklung gewusst? Hat der frühere Finanzgeschäftsführer Roland Kentsch im Alleingang gehandelt, was war mit wem abgestimmt? Gibt es Regressansprüche?" Ludwig wundert sich auch, dass der Punkt-Abzug durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) wegen falscher Angaben im Lizenzverfahren bislang keine personellen Konsequenzen hatte. "Wer hat die Fußballaufsicht hinters Licht geführt? Wer hat gelogen und getrogen? Fazit: Wer wusste was, und sind diese Leute auch künftig noch mit im Boot?"

Ludwig fragt weiter, wie hoch denn die Finanznot von Arminia wirklich sei. Erst seien es nach Arminia-Angaben 1,7 Millionen, dann 2,5 Millionen, wenige Tage später 6 Millionen gewesen, und nun seien es über Nacht 12 Millionen Euro geworden. "Und morgen? Sind zum Beispiel auch die Fan-Anleihen (Verzinsung 6 Prozent, ab sofort rückzahlbar) berücksichtigt?" Ludwig will wissen, wie Arminia "seine" drei Millionen Euro zur Rettung des Clubs aufbringen will. "Mit Spielerverkäufen? Die anderen Vereine kennen doch die Lage in Bielefeld."

Auch die drohende Insolvenz des Zweitliga-Clubs werfe Fragen auf. Es sei zu prüfen, was auf die Stadt zukommen könne. "Was kostet der Unterhalt und die Verkehrssicherungspflicht des Stadions pro Jahr, wenn der Nutzer Arminia nicht mehr dort spielt?"

Ludwig war auf Initiative des früheren Finanzgeschäftsführers und Arminia-Vorstands Roland Kentsch im Dezember 2004 aus dem Aufsichtsrat der Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA (die Profi-Abteilung des DSC) entfernt worden. Fünf Monate später, im April 2005 rückte für ihn Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Brinkmann nach, der jetzt Präsident werden will. Brinkmann hatte am Freitag das Rettungskonzept für Arminia auf den Tisch gelegt, dessen zentraler Punkt ist, dass die Stadt Bielefeld sechs Millionen Euro bereitstellen muss. "Mit großer Sorge verfolge ich - nicht erst seit heute - die Entwicklung des DSC", sagte Ludwig. Und: "Jetzt geht es um Steuergelder. Arminia ist also keine Privatsache mehr, sondern Stadt und Öffentlichkeit brauchen Klarheit über die Fakten beim DSC."

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