Auch bei Heimspielen des SC Paderborn sind nach Erkenntnissen der Polizei Mitglieder der sogenannten "Freien Kameradschaften" aktiv gewesen.
Auch bei Heimspielen des SC Paderborn sind nach Erkenntnissen der Polizei Mitglieder der sogenannten "Freien Kameradschaften" aktiv gewesen.

BIELFELD/PADERBORN Auch SC Paderborn von Neonazi-Propaganda betroffen

Fans über Zwischenfall bei Arminia empört

Bielefeld (hl). Die Neonazi-Propaganda beim letzten Arminia-Heimspiel war kein Einzelfall. Auch bei Heimspielen des SC Paderborn sind nach Erkenntnissen der Polizei Mitglieder der sogenannten "Freien Kameradschaften" bereits aktiv gewesen. Der Staatsschutz sieht dennoch keinen Anlass zur Besorgnis. Nach seinen Erkenntnissen haben die Rechten keinen Fuß in der Tür zur Fan-Szene und ihren Strukturen, hieß es am Mittwoch auf Anfrage. Am Montagabend hatten Mitglieder der rechten Szene in der Schüco-Arena hunderte Wurfzettel auf den Unterrang der Fan-Tribüne geworfen, mit denen zur Teilnahme zu einem sogenannten Trauermarsch (diese Zeitung berichtete) aufgerufen wurde. Fünf Mitglieder dieser Gruppe waren zuvor beim Verteilen vor dem Stadion beobachtet worden. Szene-Beamte der Polizei hielten die Personalien fest. Ob diese Männer in anderen Zusammenhängen bereits auffällig geworden sind, war gestern nicht zu erfahren. In der Fanszene von Arminia ist die Empörung groß über das Auftreten von Neonazis am grünen Rasen der Bielefelder Alm. "Das ist unser Block und nicht deren Plattform", schrieb ein Fan auf der Internetseite dieser Zeitung. Er hoffe, dass es durch die Fans und mit Hilfe des ASC beim nächsten Heimspiel "eine passende Reaktion" gebe. Der Verein betonte gestern erneut, dass er seit Jahren Rassismus und Fremdenfeindlichkeit "erfolgreich die Rote Karte zeigt. Da liegt unsere Toleranz bei Null Prozent", sagte Vereinssprecher Marcus Uhlig.Rechtsextreme haben keine Chance Der Staatsschutz hat bisher keine Erkenntnisse über eine Unterwanderung der Fan- und Hooligan-Szene in OWL durch Rechtsextremisten. "Sie haben bislang weder in Bielefeld oder Paderborn eine Chance sich einzubringen", erklärte ein Polizeisprecher. Da unterscheide sich West- von Ostdeutschland doch sehr. In und vor den Stadien in den neuen Ländern kommt es immer wieder zu Ausschreitungen, an denen Mitglieder rechtsextremistischer Parteien oder deren Sympathisanten maßgeblich beteiligt sind. "Diese Nähe der Braunen zum grünen Rasen gibt es in OWL nicht", so der Polizeisprecher.

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