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Nach Jochen Willmann (r.) hat sich auch Frank Kottmann (l.) aus dem Präsidium des DSC Arminia verabschiedet, dem nun noch Andreas Mamerow, Hans-Hermann Schwick und Albrecht Lämmchen (v. l.) angehören. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE/ILLUSTRATION: KATHRIN BRINKMANN
Nach Jochen Willmann (r.) hat sich auch Frank Kottmann (l.) aus dem Präsidium des DSC Arminia verabschiedet, dem nun noch Andreas Mamerow, Hans-Hermann Schwick und Albrecht Lämmchen (v. l.) angehören. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE/ILLUSTRATION: KATHRIN BRINKMANN

Vize-Präsident Kottmann zurückgetreten

Schwick kündigt zweiten Fanabend an

VON UWE KLEINSCHMIDT UND RAINER KLUSMEYER
18.03.2010 | Stand 18.03.2010, 11:06 Uhr

Bielefeld. Heute gibt der DSC Arminia den Termin für die Jahreshauptversammlung bekannt. Ob die nächste schwarz-weiß-blaue Zusammenkunft ähnlich turbulent verlaufen wird wie die legendäre Mitgliederversammlung vom 22. Juni 2009, ist noch offen - aber sehr wahrscheinlich. Fest steht, dass beim Tagesordnungspunkt Wahlen ein weiterer Vorstandsposten neu zu besetzen sein wird: Vize-Präsident Frank Kottmann legte gestern sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.

Genaue Quellen der Drohungen gegen ihn und seine Familie wollte Kottmann nicht nennen, verwies nur auf "bestimmte Internetforen" und Hinweise, die bei Arminia Bielefeld eingegangen seien, dass seine Sicherheit gefährdet sei. Kottmann: "Da stellt man sich dann schon die Frage: Wofür tut man das alles?"

Mit Jochen Willmann war - aus gesundheitlichen Gründen - vor einiger Zeit bereits das andere Vorstandsmitglied zurückgetreten, das den Reihen der "Kritischen Arminen" zuzuordnen war. In Mitglieder- und Fankreisen wurde angesichts dieser Entwicklung gemutmaßt, die altgedienten Vorständler hätten den neuen Kollegen keine Chance gegeben, frischen Wind in die Präsidiumsarbeit zu bringen. "Das hat damit nichts zu tun", wies Präsident Hans-Hermann Schwick solche Vorwürfe entschieden zurück: "Wir haben mit Herrn Kottmann eine gute, vertrauensvolle und sehr vernünftige Zusammenarbeit gehabt." Das gemeinsame Wirken mit Kottmann und auch mit Friedrich Straetmanns als kooptiertem Aufsichtsrats-Mitglied sei ein guter Beleg für seine Intention gewesen, den Verein zu einen, fügte Schwick an.

Auch Kottmann dementierte entsprechende Vermutungen: "Ich hatte ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis zum Vorstand und zur Geschäftsführung. Vor dem, was die Ehrenamtlichen Andreas Mamerow und Norbert Leopoldseder oder Geschäftsführer Heinz Anders in der vergangenen Zeit geleistet haben, ziehe ich den Hut." Trotz der aktuellen Probleme ist Kottmann "der festen Überzeugung, dass der Klub mit der geplanten Neustrukturierung auf einem guten Weg ist."

Um diese und ähnliche Argumente und Gedankengänge den erbosten Anhängern auch persönlich mitzuteilen, wird Schwick zeitnah einen zweiten Fan- und Mitglieder-Abend ausrichten, bei dem Präsidium, Vorstand und Verwaltungsrat auf dem Podium sitzen. Schwick: "Auch diejenigen, die mich zuletzt kritisiert haben, sehen jetzt: Wir verkriechen uns nicht, wir stellen uns." Es habe einen entscheidenden Grund für seine Zurückhaltung in öffentlichen Stellungnahmen zur Lage der Arminia gegeben: "Wir haben extra einen Ehrenkodex erarbeitet, dass in jedem Bereich nur diejenigen etwas sagen sollen, die dazu autorisiert sind. Leider reden bei uns nach wie vor noch zu viele Leute."

Ein Themenkomplex, den es zu bearbeiten gilt. Wie auch die Finanzmisere, die in die nächste Saison (Restrisiko bei der Lizenzerteilung!) ausstrahlt. Laut Geschäftsführer Heinz Anders denken die Vereins-Gremien darüber nach, die oder den Verantwortlichen für das Millionen-Loch im Etat in Regress zu nehmen. Die juristische Bewertung sei aber nicht abgeschlossen.

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