0

Arminia fürchtet um Sicherheit

Polizei alarmiert / Vizepräsident gibt auf

VON UWE KLEINSCHMIDT, RAINER KLUSMEYER UND THOMAS KOPSIEKER
18.03.2010 | Stand 18.03.2010, 11:47 Uhr
Arminia fürchtet

um Sicherheit - © ARMINIA 2
Arminia fürchtet
um Sicherheit | © ARMINIA 2

Bielefeld. Die bisher vor allem im finanziellen Bereich dramatischen Entwicklungen beim Fußball-Zweitligisten DSC Arminia haben nun auch erste personelle Auswirkungen auf Vorstandsebene. Vizepräsident Frank Kottmann ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten, weil er sich und seine Familie massiv bedroht sah.

"Dass von außen Anfeindungen in Form von massiven Beleidigungen und Bedrohungen gegen mich persönlich ausgesprochen werden, kann ich nicht akzeptieren", sagte Kottmann und ergänzte: "Wenn ich Angst haben muss, ins Stadion zu gehen, ist eine Grenze überschritten." Kottmann war erst vor neun Monaten bei der turbulenten Jahreshauptversammlung im Juni 2009 in den Vorstand gewählt worden.

DSC-Präsident Hans-Hermann Schwick, der die "gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit" mit Kottmann würdigte, respektiert den Entschluss seines bisherigen Präsidiumskollegen, verurteilt aber die Vorkommnisse, die Kottmann zu seinem Schritt veranlassten: "Ich erinnere an den Selbstmord von Robert Enke, nach dem wir alle im Fußball uns einen anderen Umgang miteinander geschworen haben. Von dieser Nachdenklichkeit scheint mir nichts mehr geblieben zu sein", meinte Schwick, betroffen von der Wucht der Angriffe auf den Verein.

Im Spiel der Arminia gegen Bochum im Mai 2008 kam es zu einem großen Polizeieinsatz, nachdem VfL-Hooligans einen Arminia-Ordner im Block schwer verletzt hatten. Auch am Samstag fürchtet die Polizei Fanausschreitungen während des OWL-Derbys. - © FOTO: JENS REICHENBACH
Im Spiel der Arminia gegen Bochum im Mai 2008 kam es zu einem großen Polizeieinsatz, nachdem VfL-Hooligans einen Arminia-Ordner im Block schwer verletzt hatten. Auch am Samstag fürchtet die Polizei Fanausschreitungen während des OWL-Derbys. | © FOTO: JENS REICHENBACH

Auch die Polizei beobachtet deshalb nach Auskunft des Bielefelder Inspektionschefs Andreas Kornfeld die Entwicklung bei Arminia "sehr genau". Für heute ist ein Treffen mit den Verantwortlichen des Vereins und den Sicherheitsdiensten geplant. "Dabei soll die aktuelle Lage erörtert und ein Sicherheitskonzept aus einem Guss erarbeitet werden", so der Polizeidirektor.

Natürlich werde man die emotionale Stimmung der Fans in die Lagebeurteilung einbeziehen. Und auch was in Berlin am vergangenen Wochenende passiert sei, spiele bei den Planungen eine Rolle. "Wir bewerten die Situation diesmal anders als sonst", räumt Kornfeld ein, "auch das Derby gegen Paderborn an diesem Samstag hat für unsere Überlegungen Relevanz." Man werde mit angemessen starken Kräften für Sicherheit sorgen, kündigt der Inspektionschef an.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

Newsletter abonnieren

Arminia-Newsletter

Der unabhängige Arminia-Newsletter. Leidenschaftlich. Für Fans.

DER Newsletter für das schwarz-weiß-blaue Lebensgefühl.

Emotional – und authentisch.

Wunderbar. Fast geschafft!