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Dieter Schön (l.) redet sich am Trainingsplatz in Rage. Kevin und Christian Gojowczyk, Gabriele Wehmeyer und Rita Kleinfeldt (v.l.) lauschen seinem Erklärungsversuch, warum Detlev Dammeier das Hauptproblem der Arminia ist. - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Dieter Schön (l.) redet sich am Trainingsplatz in Rage. Kevin und Christian Gojowczyk, Gabriele Wehmeyer und Rita Kleinfeldt (v.l.) lauschen seinem Erklärungsversuch, warum Detlev Dammeier das Hauptproblem der Arminia ist. | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld Weisheiten von Zaungästen

Trainingsbesucher analysieren Arminias Situation / Im Internet entbrennt die Diskussion um Gerstners Nachfolger

VON MARIUS GIESSMANN
15.03.2010 | Stand 14.03.2010, 22:02 Uhr

Bielefeld. Eigentlich ist alles ganz klar, irgendwie aber auch doch nicht. Den regelmäßigen Besuchern des Arminia-Trainingsbetriebs mangelt es nicht an Weisheiten, was dem Zweitligisten zum Aufstieg fehlt: Es muss ein Trainer her, der den Kickern in den Hintern tritt – lautet die einhellige Meinung. Rapolder, Middendorp oder besser gleich der Magath. Dann die Gegenthese: "Die gewinnen eh kein Spiel mehr – auch nicht das Derby gegen Paderborn."

Vier Grad und Nieselregen sind optimale Bedingungen, um sich als Fan an einem Samstagmorgen Gedanken über die Zukunft des Heimatvereins zu machen. So trifft eine kleine Gruppe Schaulustiger bereits um kurz vor zehn Uhr auf dem Trainingsgelände an der Friedrich-Hagemann-Straße ein.

Lustig ist jedoch keiner von ihnen – eher brastig. Noch bevor die am Freitagabend in Aachen gedemütigten Spieler den Kunstrasen betreten, tauschen die Umstehenden Spielerlebnisse aus zweiter Hand: "Das sah wieder grottenhaft aus", schimpft Gabriele Wehmeyer, "nicht anders aus als unter Gerstner." Erste Schlussfolgerung: Am Trainer hat es nicht gelegen. "Klar, wenn das ihr einziges Problem gewesen wäre, hätten sie gegen Aachen doch ganz anders kämpfen müssen", sagt Rita Kleinfeldt mit fragendem Unterton.

"Als Trainer war der gar nicht so verkehrt", beginnt Dieter Schön einen Antwortversuch, als sich die Tür der Umkleide öffnet. "Guck dir das mal an", platzt es sofort aus ihm raus. "Der Verein hat keinen Pfennig Geld, aber 30 Spieler." Während die mit lockerem Passspiel beginnen, entspinnt sich eine rege Diskussion um die finanziellen Probleme des Vereins: Die explodierten Baukosten der häufig nur halb vollen Haupttribüne will der ein oder andere kommen gesehen haben, außerdem sei der Kader unnötig groß und der Trainerverschleiß teuer.

Ähnlich angeregt diskutierten die Leser auf nw-news.de , nachdem sich Arminia durch den glücklichen Ausgang der Sonntagsspiele bis zur heutigen Begegnung zwischen Duisburg und 1860 München auf Tabellenplatz fünf behaupten kann. Weit mehr als hundert Kommentare gingen zum Kurzinterview mit Ernst Middendorp ein, in dem der Trainer des südafrikanischen Erstligisten Maritzburg United bekannte, auch nach ein drittes Mal zurückkehren zu wollen. "Gute Idee" – lautete die Rückmeldung der knapp zehn Trainingszuschauer am Samstag. "Hauptsache, er tritt den Spielern in den Hintern."
    

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