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Beim Spiel des Union Berlin gegen Arminia Bielefeld am 13. Dezember 2009 kam es zu Fanausschreitungen. - © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE
Beim Spiel des Union Berlin gegen Arminia Bielefeld am 13. Dezember 2009 kam es zu Fanausschreitungen. | © FOTO: CHRISTIAN WEISCHE

BIELEFELD Stadionverbot für Union-Hooligan

Ermittlungen gegen Polizisten vorläufig eingestellt

VON JENS REICHENBACH
19.02.2010 | Stand 19.02.2010, 12:03 Uhr

Bielefeld. Nach den schweren Ausschreitungen von Union-Berlin-Fans in der Bielefelder Schüco-Arena haben die Berliner Vereinsbosse jetzt knallhart durchgegriffen. Der 22-jährige Union-Anhänger, der beim Zweitligaspiel der Arminia am 13. Dezember mit etwa 50 weiteren Fans die Haupttribüne und den VIP-Bereich gestürmt hatte, ist jetzt vom Verein mit einem bundesweiten Stadionverbot von drei Jahren Dauer bestraft worden. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen angeblich gewalttätige Polizeibeamte während der Festnahme eben dieses Fans stehen hingegen vor der Einstellung.

Die Vereinsführung von Arminia-Konkurrent Union Berlin reagiert damit auf die negativen Schlagzeilen der vergangenen Wochen. Nach der Randale in Bielefeld sei es noch zu Auseinandersetzungen beim Cottbus-Spiel und zu schweren Ausschreitungen beim Traditionsturnier des BFC Dynamo Berlin gekommen. Union-Präsident Dirk Zingler, der sich nach der Randale in Bielefeld öffentlich für seine Fans entschuldigt hatte, will mit dem harten Durchgreifen (mehrere Gewalttäter sind betroffen) Imageschaden vom Verein abwenden: "Das positive Bild vom Verein lassen wir uns nicht durch Aktionen Einzelner beschädigen."

Wie berichtet war am 14. Dezember von den 50 Hooligans nur der 22-Jährige auf der Osttribüne von Bereitschaftspolizisten aus Münster festgenommen worden. Dabei hat sich der alkoholisierte Union-Fan laut Oberstaatsanwalt Franz-Josef Weber massivst gewehrt. Gegen den Hooligan laufen deshalb Ermittlungen wegen Körperverletzung, Landfriedenbruchs und Widerstands gegen die Staatsgewalt. "Solange diese Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, ist das Verfahren wegen Körperverletzung im Amt gegen die beteiligten Polizisten ausgesetzt", sagte Weber. Das sei ein ganz normaler Vorgang und habe keine abschließende Bedeutung.
Aber nach ausführlicher Sichtung vom Foto- und Videomaterial gingen die internen Ermittler sowieso davon aus, dass der Einsatz der Beamten verhältnismäßig gewesen ist, sagte Weber.

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