Bielefeld Wie geht’s weiter, Arminia? Fans in großer Sorge

Die Finanzprobleme des Vereins sind beim 2:1-Sieg des DSC gegen Greuther Fürth das Hauptthema und werfen Fragen über Fragen auf

VON CARSTEN BLUMENSTEIN UND LENNART KRAUSE
06.02.2010 | Stand 06.02.2010, 11:43 Uhr
Oberbürgermeister Pit Clausen.
Oberbürgermeister Pit Clausen.

Bielefeld. "Die ganze Stadt ist wie verhext und schaut mal wie das Punktekonto wächst." So lautet eine beliebte Zeile in einem Arminia-Fanlied. Das Punktekonto wächst zwar in regelmäßigen Abständen in der 2. Fußball-Bundesliga, doch verhext ist die Stadt schon lange nicht mehr. Die Zahl der Fans wird anscheinend eher weniger als mehr, die Grundstimmung ist nicht immer nur pro DSC Arminia. Das spiegelt sich auch in den Reaktionen der NW-Internet-Nutzer und der Fans wider, die sich mit Finanzproblemen des Klubs beschäftigen.

Die Internet-Kommentare auf nw-news.de schwanken zwischen Ironie, Realismus, Enttäuschung und Sorge. "hermann" schreibt: "Arminia hat sich schlicht an der neuen Tribüne verhoben. Ohne Steuermittel ist so ein Bau für einen kleinen Klub kaum zu stemmen, wobei auch die Kostensteigerung um 50 Prozent extrem fragwürdig ist. Mich überrascht vor allem die Größenordnung, um die es hier geht." Der "Ostwestfale" meint: "Es ist eben so, dass Bundesligastrukturen mit Zweitligaeinnahmen nur schwer aufrecht zu erhalten sind. Wenn Arminia diese Saison nicht aufsteigt, wird es immer schwieriger. Es muss jetzt endlich der Kollege Hinrichs mit seinen 14 Freunden aus der Wirtschaft Farbe bekennen."

Die vielleicht schönste Idee, den DSC vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten, hat der Fan mit dem Pseudonym "Alm-Jörg": "Hier kann nur Peter Zwegat helfen. Mal ehrlich, so eine Live-Doku mit Zwegat am Flipchart, davor sitzen Vorstand und Aufsichtsrat - dafür würde man von RTL locker 2,5 Millionen Euro kriegen."

"ratzke03" schaut in die Zukunft und will Aufbruchstimmung erzeugen: "Ja, der Verein ist etwas Besonderes! Für mich und für viele andere auch. Arminia hat viele Fehler gemacht, in der Tat. Aber darum geht es jetzt nicht. Es geht darum fest zusammenzuhalten und die Wirtschaft auf unsere Seite zu bekommen. Ein Neuanfang mit Profis und mit uns Fans."

Doch nicht nur im Internet waren die Finanzprobleme das alles überschattende Thema. Auch beim gestrigen Spiel gegen Fürth befasste sich kaum ein Gespräch nicht mit dem Millionenloch. Zurückhaltend und gelassen reagierte der ehemalige Arminen-Coach Benno Möhlmann: "In meinen drei Jahren als Trainer gab es auch immer wieder finanzielle Probleme, da hat man auch schon mal ein bisschen länger auf sein Geld gewartet. Ich mache mir da wirklich keine weltbewegenden Sorgen. Sollte der Aufstieg klappen geht es sowieso weiter, falls nicht muss man halt Veränderungen vornehmen. Dann müssen Ansätze gefunden werden, wie auch mit den reduzierten Mitteln der Zweiten Liga ein gutes Team aufgestellt werden kann."

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