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Millionenloch bei Arminia Bielefeld

DSC kämpft um Teilnahme am Spielbetrieb

04.02.2010 | Stand 05.02.2010, 09:37 Uhr
Millionenloch 

bei Arminia - © ARMINIA 1
Millionenloch
bei Arminia | © ARMINIA 1

Bielefeld (pep/red/mika/-sg-). Arminia Bielefeld steht vor immensen Geldproblemen. Nach Informationen der Neuen Westfälischen hat der Fußball-Zweitligist Schulden bei verschiedenen Gläubigern, die Saison wird aller Voraussicht nach mit einem Minus von 2,5 Millionen Euro abgeschlossen.

Die weltweit größte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat Arminias Bilanz für 2009 geprüft. Die Ergebnisse wurden Montag dem Aufsichtsrat vorgestellt. Hatten die Arminia-Verantwortlichen bis dahin wahrscheinlich nur geahnt, dass es schwer werden wird, so dürften sie seitdem genauestens über die finanziellen Schwierigkeiten Bescheid wissen.

Finanz-Geschäftsführer Heinz Anders: "Unser wichtigstes Ziel ist, Arminias Teilnahme am Spielbetrieb aufrecht zu erhalten."

Die finanzielle Lage ist nach NW-Informationen dramatisch. Arminias Konten sollen zwischenzeitlich zwei Tage gesperrt gewesen sein. Das Mobiliar der VIP-Logen soll an die Sparkasse verkauft und von Arminia wieder zurückgeleast worden sein. Einer der Gläubiger soll die Deutsche Bahn sein, die noch auf ausstehendes Geld für Fan-Fahrten zu Auswärtsspielen wartet. Auch bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sollen Arminias Finanzprobleme bekannt sein. Die DFL ist u.a. zuständig für die Vergabe der Lizenzen.

Als Hauptursache gilt die allzu euphorische Finanz-Planung, die der Klub im März 2009 vorgenommen hatte. Als Grund für die Schieflage werden sechs Millionen Euro Mehrkosten beim Umbau der Ost-Tribüne angegeben, mit denen zuvor nicht kalkuliert worden sei, hieß es aus Vereinskreisen. Damit seien die Rücklagen aus Erstligazeiten komplett aufgebraucht. Aufsichtsrats-Vorsitzender Norbert Leopoldseder will trotz des Millionenlochs nicht von einer Insolvenz sprechen.

Mitarbeiter in Geschäftsstelle müssen zittern

"2009 war für Arminia ein katastrophales Jahr", so Finanz-Geschäftsführer Anders. Weiter gibt er an, dass der Verein sich "in konstruktiven Gesprächen mit Gläubigern" befinde. Es werde aktuell "ein Zahlungsplan erarbeitet, für den alle Kosten auf den Prüfstand gestellt" würden.

Zittern müssen demnach die Angestellten der Arminia-Geschäftsstelle. "Es wird noch viele unpopuläre Maßnahmen geben, die aber notwendig sind", erklärte Anders. Geprüft wird derzeit aber auch, ob der DSC noch Akteure aus dem aktuellen Kader abgeben kann. Der Transfermarkt in Deutschland ist zwar seit dem 1. Februar zu, doch der Spielermarkt in anderen Ligen ist noch offen. Sollte Arminia der Aufstieg nicht gelingen, werde man sich auch von Leistungsträgern in der Mannschaft trennen müssen.

Auch die heimische Wirtschaft wird ungeduldig. Schüco-Chef Dirk-U. Hindrichs mahnte am Donnerstagabend in der WDR-Lokalzeit "eine professionellere Ausrichtung" bei Arminia an. Damit zielte er auf die Klub-Führung des DSC ab, Wechsel an der Vereinsspitze schloss er nicht aus.

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