Das Pech des Gute-Laune-Boys

Verletzter Fernandez erfährt Unterstützung von allen Seiten

Rowen Fernandez humpelt mit lädiertem Knie vom Rasen der Augsburger Impuls-Arena. - © FOTO: RUDOLF
Rowen Fernandez humpelt mit lädiertem Knie vom Rasen der Augsburger Impuls-Arena. | © FOTO: RUDOLF

Augsburg (rk). Es war seine große Chance, sich in Erinnerung zu rufen als Nummer 1 der Nationalmannschaft. Sich so vielleicht in Juni und Juli den jahrelangen Traum vom WM-Einsatz in der Heimat zu erfüllen. Alle hätten alles getan bei Arminia, um ihrem Gute-Laune-Boy aus Südafrika bei der Erfüllung seines Herzenswunsches behilflich zu sein. Umso härter traf den Torhüter und das gesamte Team das unfassbare Verletzungspech des Rowen Fernandez beim Spiel in Augsburg.

"Mit Sicherheit ein Innenbandriss, höchstwahrscheinlich auch der Riss des hinteren Kreuzbandes", diagnostizierte noch im Stadion Mannschaftsarzt Michael Dickob, die "kleine Hoffnung" hegend, dass sich die abermalige Verletzung des rechten Knies doch nicht als so gravierend herausstellen könnte. Heute um 9 Uhr wird Fernandez im 60 Kilometer von Augsburg entfernten München von einem Spezialisten untersucht, Freundin Sandie ist schon am Sonntag in die bayerische Landeshauptstadt gereist, um moralische Unterstützung zu leisten.

"Es tut mir unendlich leid für Rowen, weil er ja nicht nur ein guter Torwart, sondern auch ein toller Typ ist", meinte Thomas Schlieck. Natürlich versuchte auch der Torwarttrainer - "Solch ein Schlag trifft mich anders als bei einem Feldspieler" - seinem Schützling moralische Unterstützung zu leisten. So weit das telefonisch geht. Auf Schliecks "Kopf hoch, Rowen" reagierte der 31-Jährige mit einem "Das mach’ ich sowieso", was seine stets optimistische Grundhaltung ausdrückte.

Ob’s tief im Inneren genauso aussieht? Das fragt sich auch der Armine, der den Torhüter am längsten kennt. Co-Trainer Frank Eulberg war in gleicher Funktion 2006 bei den Kaizer Chiefs beschäftigt, als die Johannesburger mit Fernandez südafrikanischer Pokalsieger wurden. "Wir hatten gemeinsam eine erfolgreiche Zeit, in der Rowen nicht ein einziges Mal verletzt gewesen ist", sagt Eulberg rückblickend.

So wird es wohl kein Zufall gewesen sein, dass Fernandez in Augsburg Trost ("Da war schon eine Träne im Auge") in Eulbergs Armen suchte. "Ich selber war schockiert, als ich die Verletzung gesehen habe", sagte Eulberg: "Plötzlich war Rowens Chance, endlich mal wieder spielen zu können, nach nur zehn Minuten dahin. Und dann hatten wir alle sofort im Kopf - Südafrika!"
Der Co-Trainer weiß: "Rowen ist eine starke Persönlichkeit, die immer positiv nach vorn schaut." Wie schon im Sommer 2008, als Fernandez sich beim Pokalspiel in Durlach erstmals einen Kreuzbandriss zuzog. Und deshalb, so die Hoffnung Eulbergs und aller, wird sich "Rowen auch jetzt nicht komplett zurückwerfen lassen".

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