Anrufe bei Middendorp

Die Fan-Kolumne von Philipp Köster

Seit jeher habe ich jene Fans verachtet, die sich neben ihrem Lieblingsverein noch einen zweiten Klub als Absicherung halten, für den Fall, dass der Erstklub zu erfolglos vor sich hinkickt. Das ist moralisch ungefähr so verwerflich, wie wenn ein Mann eines Tages seine Geliebte im Gästezimmer einquartiert.

Wohin gegen nichts spricht, ist eine gewisse Grundsympathie für andere Klubs. Wobei diese, gerade wenn es die direkte Konkurrenz angeht, nur in homöopathischen Dosen vorhanden sein sollte. Eine solche Sympathie hegte ich bislang für den FC Augsburg, weil ich unweit des Rosenaustadions geboren bin und weil mich mit einigen jetzigen oder ehemaligen Akteuren eine lose Bekanntschaft verbindet. So bleibt unvergessen, wie der frühere FCA-Marketingmann Markus Krapf einen feuchtfröhlichen Abend hindurch in meinem Beisein immer wieder bei Ernst Middendorp in Südafrika anrief, um ihn zu fragen, wo es ihm besser gefallen habe, beim FCA oder bei der Arminia. Der Ernst wird sich sehr über die 127 Anrufe aus Augsburg gewundert haben.

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Meine Arminia

Der aktuelle FCA-Manager, Andreas Rettig, hat allerdings den Bogen etwas überspannt. Drei Tage nach dem für Arminia suboptimal verlaufenen Hinspiel war ich mit Rettig zum Bier verabredet. Eine halbe Stunde vor Termin trudelte eine SMS ein: "Ich gebe einen aus, wir haben am Samstag auswärts gewonnen!" Und in den letzten SMS unterschrieb Rettig stets: "Rettig, Tabellendritter". Ich hätte also nichts dagegen, wenn der Kollege ab Samstag seine Signatur leicht modifizieren müsste. Sympathie hin oder her.

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