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Der Boden ist bereitet

Durch die kurze Winterpause gibt es keine Alternative zum Testspiel gegen Hannover

VON UWE KLEINSCHMIDT
09.01.2010 | Stand 08.01.2010, 23:59 Uhr
Der Boden für Arminia ist bereitet - © ARMINIA 1
Der Boden für Arminia ist bereitet | © ARMINIA 1

Bielefeld. Am Freitagmittag waren 40 wackere und offenbar kälteresistente Helfer im Einsatz, um die Schüco-Arena für das Testspiel des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld gegen den Erstligisten Hannover 96 an diesem Samstag um 15 Uhr zu präparieren. Bis zum dem Anstoß könnte es noch einmal kniehohen Neuschnee geben. Darum wird eine zweite Räum-Schicht eingesetzt - und über die Austragung kurzfristig entschieden.

Arminen-Trainer Thomas Gerstner nutzte die Gunste der Stunde und ließ am Nachmittag in der Arena trainieren. Und das beim Spiel acht gegen acht erfreulicherweise "schon sehr ordentlich. Die Jungs sind frisch, fit und hängen sich rein". Hannover und Arminia wollen, so die Verantwortlichen unisono, "unbedingt" spielen. Hannover ist darauf erpicht, die unangenehme 1:2-Testspielniederlage gegen Zweitligist Union Berlin noch vor dem Rückrundenstart aus den Köpfen zu bekommen, für Arminia ist es der einzige Test in der nur vierwöchigen Winterpause. Dass zwischen dem Hinrundenschluss am 20. Dezember und dem Rückrundenauftakt am 18. Januar in Rostock nur 29 Tage und damit ein sinnvoller Wochenend-Termin liegt, ist der kürzesten Winterpause seit Bestehen der Bundesliga geschuldet. Gerstner: "Damit müssen wir umgehen."

Freiwillige Helfer mit Arminen-Vorstandsmitglied Albrecht Lämmchen (7. v. r.) schippten am Freitag, damit Arminia gegen Hannover spielen kann. - © FOTO: RUDOLF
Freiwillige Helfer mit Arminen-Vorstandsmitglied Albrecht Lämmchen (7. v. r.) schippten am Freitag, damit Arminia gegen Hannover spielen kann. | © FOTO: RUDOLF

Zum (etwas unlauteren) Vergleich: Die Saison 1986/87 wurde nach Hinrundenschluss am 6. Dezember um geschlagene 76 Tage bis zum 21. Februar unterbrochen - die Serie endete damals am 17. Juni 1987 mit der Meisterfeier des FC Bayern. Am 17. Juni 2010 wird die deutsche Nationalmannschaft sich auf das anstehende zweite WM-Gruppenspiel gegen Serbien vorbereiten - und das Auftaktspiel gegen Australien schon vier Tage lang aufgearbeitet haben.

Aber nicht die Weltmeisterschaft in Südafrika ab dem 11. Juni ist der Hauptgrund für die kurze Pause, sondern der neue UEFA-Kalender. Demnach wurde das Finale der Champions League auf einen Samstag, in diesem Fall den 22. Mai in Madrid, terminiert. Dann müssen die Bundesliga und der DFB-Pokal abgeschlossen sein.

Zu wenige Vorbereitungstage für ein Trainingslager im Süden

Detlev Dammeier hat dazu eine klare Meinung: "Wie viele Wochen da verschenkt werden, an denen man bestens Fußball spielen könnte. Die Wochenenden sollten weiter den Vereinen in ihren Ligen gehören, Spieltage der Nationalmannschaften und in den europäischen Wettbewerben können das mit Terminen in der Woche auffangen", sagt Arminias Sport-Geschäftsführer.
Sein Erstliga-Kollege Rudi Völler von Herbstmeister Bayer Leverkusen ging im Kicker noch einen Schritt weiter: "Da fehlt mir jegliches Verständnis. Weil die UEFA das Champions-League-Finale auf einen Samstag legt, muss ganz Europa eine Woche früher aufhören. Wegen zwei Mannschaften! Unfassbar."

Zur Kürze des Winterpäuschens kommt 2010 die Wetterlage. Die meisten Mannschaften - besonders aus der Ersten Liga - haben Trainingslager in südlichen Gefilden gewählt, um bessere Bedingungen zu haben. Für die Arminen stand die Entscheidung, in der Heimat zu bleiben, schnell. Dammeier: "Bei so wenigen Vorbereitungstagen erschien es uns nicht sinnvoll, auch noch zwei Tage Flug hinzunehmen und damit Trainingszeit zu vergeuden." Der finanzielle Aspekt bei einer Reise etwa ins andalusische Chiclana wie im Vorwinter dürfte ebenfalls eine Rolle gespielt haben.
Das gesparte Geld könnte in einen neuen Spieler wie Jan Simak vom VfB Stuttgart investiert werden. Der ließ sich jedoch auch am Freitag (noch) nicht in Bielefeld blicken.

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